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Zur Stratigraphie des Steinkohlengebirges in den Bohrungen Senden 11 und 11 a

Hahne, C.

Kurzfassung

Die 2402 m tiefe Bohrung Senden 11 a durchteufte 1094 m Steinkohlengebirge. Davon wurden 120m gekernt mit einem Gewinn von 90 m. Die Bohrung erschloß bis zu 42 Flöze und Flözchen, von denen aber einige, wie das Profil zeigt, durch die geophysikalischen Untersuchungen nicht bestätigt wurden. Einigermaßen geschlossen, d. h. störungsfrei, ist der Abschnitt von Flöz 5 bis Flöz 42. Er zerfällt in einen oberen flözarmen bis flözleeren tonig-sandigen Abschnitt, einen mittleren relativ kohlenreichen, überwiegend tonigen Teil und einen unteren wieder flözarmen, aber viel Sandgestein enthaltenden Teil. Auffällig war vor allem der Unterschied im Gebirgsaufbau über und unter Flöz 6: Über Flöz 6 mächtige flözleere, überwiegend weiche, reine, z. T. bituminöse Schiefertone, z. T. mit Augenschiefer- und Bänderschiefer-Charakter, die in den Kernen voll von nichtmarinen Muscheln saßen; unter Flöz 6 sandigere, festere Schiefer mit Pflanzensubstanz, in denen Flöze in relativ dichter Folge auftraten. Diese Tatsache führte schon zu dem Verdacht, daß Flöz 6 der Bohrung das bekannte Leitflöz Katharina des Ruhrbezirks, das Grenzflöz zwischen den Fettkohlen = Bochumer und den Gaskohlen = Essener Schichten, sein könne, das gerade durch diese Kriterien ausgezeichnet ist. Der Verdacht wurde bestärkt, als die Untersuchung der Kohle des Flözes 6 ergab, daß die Streifenarten Vitrit und Clarit stark mit feinkonkretionärem Schwefelkies und feinem Ton verunreinigt waren, so daß man annehmen kann, daß dieses Flöz, im Gegensatz zu den Nachbarflözen und den meisten anderen Flözen der Bohrung, zum größten Teil streng anaerob gebildet ist, ja sogar vielleicht unter marinem Einfluß gestanden hat (auch die kräftige kakaobraune Farbe der Asche, die ebenfalls für marin beeinflußte Flöze typisch ist, fiel auf). Hinzu kamen dann noch allerdings spärliche Funde von verkiester Kleinfauna im gemeißelten Hangendgestein, die ebenfalls auf marinen Charakter des Hangendgesteins schließen ließen. Nach diesen Kriterien besteht kaum ein Zweifel mehr, daß das Flöz 6 dem Flöz Katharina gleichzustellen ist. Damit war aber ein wichtiger Anhaltspunkt gewonnen.