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Neue Ergebnisse der Quartärgeologie Westfalens X Zur Entstehung der Münsterländer Hauptkiessandzone

Lotze, FR.

Kurzfassung

Die von WEGNER als Endmoräne, von HANS SCHNEIDER u. a. als Os gedeutete "Münsterländer Hauptkiessandzone" wird als komplexe Erscheinung angesehen. Ein prä- bis frühsaale-eiszeitliches altes Erosionstal mit nordwestlichem Sohlengefälle prägte sich als Senke auf dem Inlandeis aus und wurde in der Abschmelzepoche zu einer südostwärts geneigten, über 70km langen Schmelzwasserrinne auf dem Eiskörper, einem Ostal. Mit dem Auftauprozeß sanken die fluvioglazialen Schuttablagerungen dieser Rinne in das alte Erosionstal hinab und verschmolzen mit dessen frühglazial umlagerten Bildungen. Die heutige Morphologie entspricht kaum noch der ehemaligen; weitgehend fiel der alte Schuttwall der Abtragung anheim. Im nordwestlichen Abschnitt legte sich weithin die Haupt-Emsterrasse über den eingeebneten Rumpf.