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Fluvioglazial und Osning-Endmoräne am Teutoburger Wald

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Nach 30-50 Jahre alten Anschauungen von ELBERT, BÄRTLING und WEGNER wurde angenommen, daß bei dem Rückzug des Inlandeises der Saale-Eiszeit eine Stillstandslage entlang dem Teutoburger Wald eingetreten sei, die als Osning-Stadium bezeichnet wurde. Ihre Hinterlassenschaft sollte als Endmoräne der Münsterlandseite des Teutoburger Waldes folgen und vor der Iburger Pforte in einen engeren und weiteren Endmoränenbogen aufgeteilt sein Schon HAACK, der einen Teil des Gebietes bei Iburg und Lengerich 1926 kartierte, wies darauf hin, daß es fraglich sei, ob die zahlreichen Kies- und Sandhügel als Endmoränen aufzufassen seien, und hielt ihre z. T. fluvioglaziale Entstehung für möglich. Die Sand- und Kieshügel der von WEGNER (1925) veröffentlichten Karte im Gebiet des Kleinen Berges bei Bad Rothenfelde bis zum Nordwesten des Teutoburger Waldes bei Bevergern wurden 1951 in stratigraphisch-petrographischer und struktureller Hinsicht mit dem Ergebnis untersucht, daß der überwiegende Teil der Hügel als fluvioglaziale Schmelzwasserbildungen im Toteis der Saale-Eiszeit in Form von Kames und daneben in Form eines Oses vorliegen. Glazigene Sedimente als Stauchmoräne finden sich nur in einem Fall in einem bescheideneren Hügel vor der Iburger Pforte. Weitere Hügel sind Vorschüttungsbildungen unter der saale-eiszeitlichen Grundmoräne oder fluviatiles Saale-Weichsel-Interglazial. Nach diesem Ergebnis erscheint es als nicht mehr angebracht, von der Osning-Endmoräne noch in der bisher sehr umfassenden und allgemeinen Form zu sprechen. Damit wird aber auch fraglich, ob dieser einzige unbedeutende Stauchungshügel ausreicht, noch ein besonderes Stadium als das Osning-Stadium zwischen dem Saale-Maximum und dem so markant ausgeprägten und bedeutenden Rehburger Stadium auszuscheiden.