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Beobachtungen über mesezoischen und rezenten Vulkanismus ("Mit Geologenhammer und Farbfilm durch Italien")

Vidal, H.

Kurzfassung

Der Apennin ist das Rückgrat der italienischen Halbinsel und das Bindeglied zwischen den Alpen und den nordafrikanischen Gebirgsketten. Sein metamorpher Unterbau schaut nur in den Apuanischen Alpen bei Carrara, in der Toskana, auf den Toskanischen Inseln, in Kalabrien und NO-Sizilien fensterartig durch die mächtige mesozoisch-tertiäre Überdeckung. Die Freilegung dieser alten Massen aus Intrusivgesteinen, kristallinen Schiefern und paläozoischen Sedimenten erfolgte durch die postpliozäne Hebung, die auch heute noch nicht abgeschlossen ist. Die Jugendlichkeit dieses Emporsteigens ergibt sich aus dem im Vergleich zu anderen Gebirgen sehr viel vollständigeren tertiären Ablagerungen, die zwei Drittel der Halbinsel und vier Fünftel von Sizilien bedecken. Der Flyschapennin schmiegt sich um paläozoische und mesozoische Kerne, wird durch die Vulkangebiete Latiums und Campaniens unterbrochen und besteht vorwiegend aus kretazischen und tertiären, meist feinklastischen, lockeren Sedimenten, deren überaus rasche und leichte Verwitterbarkeit starke Abtragung und Zerklüftung, gewaltige Sedimentführung der Flüsse und mächtige diluviale und alluviale Ablagerungen bedingt. Nur der Zentralapennin mit seinen Kalkmassiven zeigt Hochgebirgscharakter und war diluvial vergletschert. Die Westseite des Apennins ist längs der tyrrhenischen Küste von Genua bis Palermo an Bruchzonen zum Meer abgesunken. Noch jetzt offenbart sich der Fortgang dieser Krustenbewegungen in Strandverschiebungen, und fast ununterbrochen bebt Italien irgendwo, besonders in Kalabrien und NO-Sizilien. Auch der rezente Vulkanismus legt deutlich Kunde ab, daß entlang dieser Bruchzonen jung und jüngst aufgerissene Wunden in der Erdrinde vorliegen. An Hand von Farblichtbildern wurden verschiedene Lagerstätten und im besonderen die Erscheinungen des erdgeschichtlich nachweisbaren früheren und des tätigen Vulkanismus behandelt. Die Südtiroler Dolomiten verdanken ihren landschaftlichen Reiz und ihre geologische Eigenart dem engen Nebeneinander von isolierten, mächtigen triassischen Kalkstöcken und weiten Bereichen submariner vulkanischer Gesteine ladinischen Alters. - Von der Ostküste der Insel Elba wurden die Roteisenerz-, Pyrit- und Magnetitlagerstätten von Rio Marino und Rio Calamita und ihre geologischen und bergbaulichen Verhältnisse behandelt, ebenso die Pyritlagerstätte von Gavorrano im toskanischen Erzgebiet gezeigt.