Original paper

Form, Inhalt und Entstehung der Meggener Erzlagerstätte

Ehrenberg, H.

Kurzfassung

Die in der Grube aufgeschlossenen Schichten reichen von den Tentaculitenschiefern bis zu den Cypridinenschiefern. Das Schwefelkies-Zinkblende-Schwerspat-Lager liegt im obersten Mitteldevon, vom sog. Lagerkalk überlagert, in dessen Mitte die Grenze zum Oberdevon angenommen wird. Das Lager ist von Südosten her stark zusammengefaltet und überkippt von streichenden Über- und Unterschiebungen und querschlägigen Verwerfungen durchsetzt. Ein Teil des Lagers im heutigen "Luftsattel" ist abradiert. Das Schwerspatlager ist heute in einem östlichen und westlichen Saum in einer Breite bis zum Teil mehreren hundert Metern erhalten und legt sich an den Übergangszonen zum zentralen Schwefelkieslager auf dieses mit einer Überlappung zwischen 30 und 100 m auf beide in diesem Bereich allmählich auskeilend. Charakteristisch ist, daß diese Übergangsstellen die geringste Mächtigkeit von 0,7-1,8 m zeigen, während die Durchschnittsmächtigkeit beider Lager bei 3 m, die größte Mächtigkeit bei 7 m liegt. Zinkblende findet sich nur im Schwefelkieslager mit einem Durchschnittsgehalt von 8% Zn, schwankend zwischen 1% in der Nähe der Übergangszonen und über 13% in einer diagonalen Zone des Kieslagers. Diese größten Anreicherungen fallen jedoch nicht mit den großen Mächtigkeiten zusammen. Der Mineralbestand ist verhältnismäßig arm: Pyrit, vereinzelt Markasit, Zinkblende. Bleiglanz, an Gangarten klastische Tonschieferschichten, von denen eine fast an allen Punkten des Lagers horizontbeständig in 1/3-1/2 der Höhe zu finden ist, feinstes Tonschiefermaterial im Erz feinverteilt, idioblastische Quarze und Kalkspäte, die beiden letzteren vor allem im Neuen Lager. Pyrit tritt in Form von Sphäroiden, 25-30 µ groß, häufig mit radialstrahliger Struktur, und in idiomorphen Kristallen von 3-5 µ Größe auf. Durch Epimetamorphose haben sich idioblastische Pyrite gebildet, die dann andere Mineralien wie die Pyritsphäroide, Zinkblende, auch Bleiglanz einschließen. Melnikovit, der ursprünglich sicher weit verbreitet war, findet sich heute noch als Füllmasse zwischen den Sphäroiden. Zinkblende und Bleiglanz zeigen starke Rekristallisationserscheinungen.