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Stratigraphie, Tektonik und Paläogeographie der Erzlagerstätten von Meggen und seiner Umgebung

Pilger, A.

Kurzfassung

Das Schwefelkies-Zinkblende-Schwerspat-Vorkommen von Meggen a. d. Lenne ist an die Südflanke der Attendorn-Elsper Doppelmulde im ostrheinischen Schiefergebirge gebunden. Hier ist es dem Oberen Mitteldevon konkordant als Lager eingeschaltet. Am Aufbau des Gebirges sind Devon und Unterkarbon beteiligt. Gedinneselbst nicht aufgeschlossen, dürfte mehrere 100 m mächtig, Siegen-Stufe dagegen nur geringmächtig sein. Unterems fehlt. Oberems, mit den Rimmert-Schichten beginnend, ist in umfangreicher Schichtfolge entwickelt. Ihm sind mächtige Quarzkeratophyre und ihre Tuffe eingelagert, deren Effusionshöhepunkte im Hauptkeratophyr, im Bilsteiner Keratophyrhorizont und im Oberen Tuff liegen. Das Untere Mitteldevon ist teils in rheinischer, teils in herzynischer Fazies ausgebildet. Das Obere Mitteldevon läßt sich deutlich in 3 Stufen einteilen, die Unteren Stringocephalen-Schichten mit Tentaculitenschiefern und dem Oberhäuser Fossilhorizont, die Mittleren mit dem sog. Lenneschiefer der Meggener Bergleute und die Oberen mit dem Meggener Lager und dem unteren Teil des Lagerkalkes darüber. Das mitteldevonische Alter des Meggener Lagers ist durch Fossilfunde im hangenden Lagerkalk, z. B. Stringocephalus burtini (DENKMANN u. a.), und in seitlich vertretenden Kalken (HENKE) sichergestellt. Das Obere Mitteldevon ist durch starke und rasche Fazies- und Mächtigkeitswechsel ausgezeichnet. Neben dem Meggener Lager sind Massenkalk, Cephalopodenkalk, Tonschiefer mit Kalklinsen, Flinzfazies u. a. ausgebildet. Der obere Teil des Lagerkalkes hat bereits oberdevonisches Alter. Die Fazies- und Mächtigkeitsunterschiede sind auch im Oberdevon noch vorhanden. Bei Meggen lagern sich im höheren Oberdevon mehrere hundert m Sandsteine und z. T. rote Tonschiefer ab, während das gesamte Oberdevon bei Trockenbrück (außer dem Dorper Kalk der unteren Adorfer Stufe) nur 10-12 m dick ist. Im Unterkarbon sind alle Stufen bis zu den Posidonienschiefern des höheren Visé entwickelt. Paläogeographisch ist der Meggener Raum in mehrere Zeitabschnitte einzuteilen. Im Silur und Gedinne fanden starke Absenkungen statt. Im Siegen ist das Meggener Gebiet Randzone eines mehr südlich gelegenen Troges, im Unteren Ems sogar Festland. Die eigentliche Entwicklung, die auf die Bildung des Lagers hinzielt, beginnt mit der Eintiefung des Lennetroges und dem Übergreifen der Rimmert-Schichten zu Anfang des Oberen Ems. In den stark einsinkenden Lennetrog ergießen sich im Oberen Ems die umfangreichen Quarzkeratophyre und Tuffe, deren Eruptionszentren kurz südlich von Meggen liegen.