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Karbonatführung und mariner Einfluß im Ruhrkarbon

Werner, Hans

Kurzfassung

Da die Sandsteine der Essener Schichten im Aachener Revier oft viel dolomitisches Bindemittel enthalten und EHRENBERG Foraminiferen in ihnen erkennen zu können glaubte, sah er in der Dolomitführung einen Hinweis auf die marine Entstehung. Untersuchungen von GOTHAN, HARTUNG, KUKUK, OBERSTE-BRINK und später auch von HOEHNE bestätigten, daß dolomitische Hölzer und Dolomitkonkretionen im Ruhrkarbon gar nicht selten sind -, daß sie aber auch in rein limnischen Ablagerungen, wie im Saarkarbon und im Waldenburger Karbon, vorkommen. Unsere eigenen Untersuchungen ergaben, daß auch dolomitische Sandsteine bzw. sandige Dolomite im Ruhrkarbon nichts Ungewöhnliches sind, aber es fand sich kein einziger paläontologischer Hinweis für ihre marine Entstehung. Vielmehr entsprechen einige dolomitische Sandsteine hinsichtlich ihrer Lage im Sedimentationszyklus den Süßwasserkalken unter den Flözen des pennsylvanischen Karbons und nicht den marinen Kalken über den Flözen. Auch läßt sich stellenweise nachweisen, daß die dolomitischen Sandsteine bzw. sandigen Dolomite aus sandigen Schillbänken nichtmariner Muscheln hervorgegangen sind, die erst im Verlauf der Diagenese teilweise dolomitisiert wurden. Diskussion: Herr WILHELM PETRASCHECK, Leoben, weist auf verschiedene Beispiele marin beeinflußter Stein- und Braunkohlenflöze in Oberschlesien und den Alpen hin und betont nochmals den Schwefelkiesreichtum solcher marin überlagerter Flöze. Aber auch Kohlenflöze in Kalken haben viel Schwefel. - Fräulein M. TH. MACKOWSKY, Essen, ist der Auffassung, daß hoher Schwefel- und Wasserstoffgehalt in erster Linie für feuchte saprobische Ablagerungsbedingungen bezeichnend ist und keinen zwingenden Rückschluß auf eine marine Beeinflussung der Kohle erlaubt. In dieser Hinsicht könnten vielleicht später die Spurenelemente der Kohle wichtig werden. - Herr HANS CLOSS, Hannover, zeigte an Hand eines Diagrammes, daß sich marine Schiefertone des Ruhrkarbons nicht nur durch ihre Mikrofaun» und "Augenschiefer", sondern auch durch ihre höhere Radioaktivität auszeichnen. Weiter sprachen zur Diskussion die Herren FIEBIG, JESSEN, KÜHLWEIN, THOMSON und Frau TEICHMÜLLER.