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Die Erdölsuche in Deutschland

Lögters, H.

Kurzfassung

In sämtlichen erdölhöffigen Gebieten Deutschlands haben die Aufschlußarbeiten in steigendem Maße zugenommen, die unsere Kenntnisse über die verschiedenen Möglichkeiten bedeutsam erweiterten. A. Das Molassebecken Zahlreiche Kartierungen und ausgedehnte sedimentpetrographische Untersuchungen im Molassebecken des Alpenvorlandes trugen wesentlich zur Klärung stratigraphischer und tektonischer Verhältnisse bei. Außerdem ist die Reflexionsseismik verstärkt zum Einsatz gekommen. Das Ergebnis der Bohrung Saulgau 1, in der einige wenige Liter flüssigen Öls aus der basalen Serie der oberen Süßwassermolasse gefördert werden konnten, ist sehr ermutigend für die Weitere Exploration im Molassebecken. B. Rheintalgraben Im Rheintalgraben haben umfangreiche reflexionsseismische Aufnahmen eine Reihe von Sattel- und Muldenzügen erkennen lassen, deren Streichrichtung im wesentlichen wie die der Gräbenränder verläuft. Ebenfalls lassen sich mit Hilfe der Seismik Störungszonen innerhalb des Grabens näher lokalisieren. Von zahlreichen Aufschlußbohrungen im Rheintalgraben ist Wolfskehlen besonders zu erwähnen, da dort in den Hydrobienschichten eine stärkere Gasführung auftrat, deren Größe einstweilen noch nicht von wirtschaftlichem Ausmaß ist. C. Münsterland Erdölaufschlußbohrungen im Münsterland brachten den Nachweis, daß von nennenswerten Mächtigkeitsverringerungen oder Faziesänderungen im Oberkarbon vom Ruhrgebiet nach Osten bis in die Höhe von Münster nicht die Rede sein kann. Um die Ölhöffigkeit endgültig beweisen zu können, wird man sich wohl auf größere Bohrtiefen einstellen müssen, um die marine Schichtenfolge unter dem Oberkarbon näher untersuchen zu können. D. Die Erdölsuche in Nordwestdeutschland wird von großen Erfolgen gekrönt. Westlich der Ems haben die Aussichten des Antiklinaltyps infolge zahlreicher Fündigkeiten rasch an Größe und Bedeutung zugenommen. Sie beteiligten sich mit 601 500 t (d. i. 44%) an der von 1 118 600 t im Jahr 1950 auf 1 366 700 t im Jahr 1951 angestiegenen Erdölförderung Deutschlands.