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Tektonik, Magmatismus und Vererzung, Zusammenhänge im ostrheinischen Schiefergebirge

Pilger, Andreas

Kurzfassung

Ein größeres zusammenhängendes Gebiet muß von Zeit zu Zeit zusammenfassend betrachtet werden. Einzeluntersuchungen und -beobachtungen stratigraphischer, tektonischer, paläontologischer und lagerstättenkundlicher Art sind zu sichten und miteinander zu verbinden. Dies geschieht, indem der Autor seine persönliche Anschauung in der Zusammenfassung vermittelt. Dabei muß er feststellen, daß manches ältere überholt ist oder andere Meinungen nicht von ihm vertreten werden können. Aber er ist dankbar und voller Anerkennung für die vor ihm geleistete Arbeit, auf der er aufbaut. Auch diese Arbeit soll den derzeitigen Stand unter der Betrachtung des Verfassers übermitteln und zugleich Anregungen für die im ostrheinischen Schiefergebirge laufenden neuen Forschungen geben. I. Faltungen a. Alter und Ausmaß Über Alter und Ausmaß der Faltungen im ostrheinischen Teil des Schiefergebirges sind die Meinungen noch geteilt. Prinzipiell handelt es sich um die Frage: Sind starke Faltungen schon im Devon eingetreten oder setzen sie erst im Karbon bzw. kurz vor dem Karbon ein? Die erste Ansicht geht auf BORNHARDT und DENCKMANN zu Anfang dieses Jahrhunderts zurück, die ihre präsideritische Faltung in das Untere Koblenz (= Untere Ems) legten. Außer ihnen haben FUCHS, W. E. SCHMIDT, HOLZAPFEL u. a., neuerdings auch SCHRIEL (1936) und KEGEL (1948) starke intradevonische Faltungen angenommen. QUIRING unterscheidet nach Art und Ausmaß der tektonischen Beanspruchung eine ganze Reihe von Faltungsphasen im Devon. Demgegenüber haben STILLE und GUNDLACH devonische Faltungen stärkeren Ausmaßes zurückgewiesen. Nach ihnen spielte sich die erste alpinotype Faltung erst zu Ende des Devons in der bretonischen Phase ab (s. Abb. 1). Ist so der Beginn alpinotyper Faltung im rechtsrheinischen Schiefergebirge umstritten, herrscht über das Vorhandensein einer jungen bzw. der jüngsten variszischen Bewegung in diesem Gebiet Übereinstimmung. Schon HOLZAPFEL, DENCKMANN und FUCHS sprachen von einer permokarbonischen Faltung, und mit STILLE ist die asturische Phase als letzte Faltung alpinotypen Ausmaßes in diesem Raum heute allgemein anerkannt.