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Zur Petrographie des Diabas-Magmatismus im Lahn-Dill-Gebiet

Hentschel, Hans

Kurzfassung

Als die Deutsche Geologische Gesellschaft im Jahre 1934 ihre Frühjahrstagung in Dillenburg abhielt - unter demselben Aspekt wie in diesem Jahre -, war einer der Vorträge der Petrographie jener Gesteine vorbehalten, die mit den Eisenerzen räumlich und zeitlich verknüpft sind und genetisch eng mit diesen zusammenhängen. Damals berichtete Herr LEHMANN über eigene langjährige Forschungen an Diabasen und Schalsteinen der Lahnmulde. Wenn ich heute etwas Ähnliches versuche, so soll es nicht der Zweck einer solchen Mitteilung sein - wie er es damals auch nicht war -, ein petrographisches Inventar der Lahn- und Dillmulde zu geben, vielmehr soll ein Überblick darüber gegeben werden, was in der Zwischenzeit an petrographischem Neuland gewonnen wurde, was sich an neuen Erkenntnissen und Vorstellungen, an Änderungen bisheriger Auffassungen oder Abkehr von solchen begründet hat oder abzeichnet. Herr LEHMANN ist in der Zwischenzeit für viele Jahre der einzige geblieben, der mit einigen seiner Schüler petrographisch in der Lahn-Dill-Mulde gearbeitet hat. So ist es sein Verdienst, die Kenntnis der Gesteine in diesem Raum wesentlich gefördert und erweitert zu haben. Ich stütze mich deshalb auf seine Veröffentlichungen [E. LEHMANN (1934, 1941, 1949)] und setzte deren Kenntnis zumindest in den wesentlichsten Zügen als bekannt voraus. Die Arbeiten von E. LEHMANN haben, wie die Fachliteratur erweist, sowohl Zustimmung gefunden als auch Einwände und Vorbehalte gebracht. Was sich in der Literatur an Reaktionen solcher Art findet, bezieht sich auf Vergleiche mit Erfahrungen aus anderen Gebieten, die geologisch und petrographisch der Lahn- und Dillmulde und ihren Gesteinen mehr oder weniger analog sind. Seit einer Reihe von Jahren habe ich mich nun petrographisch in dem gleichen Raum mit dem gleichen Gegenstand wie E. LEHMANN befaßt. Seine Arbeiten lagen mir vor, und ich hatte damit vielerlei Erleichterung, in die anstehenden Probleme Einblick zu gewinnen. Im Verfolg meiner Untersuchungen haben sich freilich für mich Schwierigkeiten ergeben, den LEHMANNschen Vorstellungen restlos zu folgen. Es geht im wesentlichen um zwei Probleme, die von E. LEHMANN in Verfolg seiner Arbeiten herausgestellt und in einer bestimmten Weise beantwortet wurden: 1. Die Weilburgit-Theorie der Diabase und 2. die Miktit-Theorie der Schalsteine. Beide Theorien sind in ihrer Argumentation aufeinander abgestimmt, dabei ist die zweite stark von der ersten abhängig.