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Diskussionsbemerkungen zu Problemen im Devon und Karbon der Rheinischen Masse

Klüpfel, W.

Kurzfassung

Über den Vulkanismus Für den vorquartären "Altvulkanismus" ist im Gegensatz zu dem diluvialen und rezenten "Neuvulkanismus" wesentlich, daß die Förderung der Tuffe von dem Aufstieg der Laven durch bedeutsame tektonische Bewegungen getrennt war. Diese äußerten sich im stabilen Gebiet in einer Bruchschollenbildung, im labilen Bereich in der Entstehung von Becken und Schwellen, von Beulen und weitspannigen Verbiegungen. Im Gegensatz zu meiner früheren Deutung dieser oft faltenähnlichen Strukturen als Wirkung der Kompression (Faltung) deute ich sie heute, entsprechend der äquivalenten Bruchtektonik, als Vertikalbewegungen. Während die Tuffe bei säkularer Senkung gefördert wurden, also zu den Sedimenten gehören, mit denen sie zusammen im Geosynklinalstadium abgelagert wurden, erfolgte der Schmelzaufstieg nach der Vertikaltektonik in einer Zeit der horizontalen Dehnung und vor der Faltung. Die Schmelze, die infolge ihrer Gasarmut sehr erkältungsempfindlich war, breitete sich unterirdisch in einer thermischen Grenzzone parallel der Erdoberfläche aus, wobei sie prädisponierten Intrusionsbahnen folgte. Indem dieser "Intrusivspiegel" die Hebungs- und Senkungsfelder der vorangegangenen Vertikaltektogenese horizontal entzweischnitt, gelangte die Schmelze in Schichten ganz verschiedenen Alters. Hier erstarrte sie in Form von Scheiben oder ellipsoidischen Kissen. Auf dem beigefügten Schema ist diese "Vertikale Streuung", die der vorangegangenen Tektonik entspricht, dargestellt. So findet sich z.B. der Keratophyr I, der im Lahngebiet in der Brandenbergzeit zwischen Unter- und Mitteldevon aufstieg, nach dem Hochgebiet des Taunus zu in immer älteren Schichten; zuletzt im silurischen Taunusphyllit. - Wie die Verhältnisse auf Blatt Buchenau zeigen, steckt hier der Deckdiabas im Wissenbacher Schiefer, im Bandschiefer, im unteren und mittleren Oberdevon bzw. im Oberdevonsandstein, im untersten Karbon, im Alaun- und Kieselschiefer und im Posidonienschiefer, stellenweise, wenn auch selten, aber auch noch in der Kulmgrauwacke. Die Intrusionszeit ist also postkulmisch vor die sudetische Faltung zu verlegen. Am Rhein (Feuerbach) wird der Deckdiabas sogar im Unterdevon angetroffen. Eine Diskussion über das Alter des Deckdiabases ist also gegenstandslos.