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Diskussionsbemerkung zum Thema "Weilburgit" und "Schalstein"

Lehmann, E.

Kurzfassung

1. Weilburgit Nach meiner Überzeugung lassen sich die Weilburgite weder als spilitisierte Diabase oder Diabasmandelsteine deuten, noch als sekundär veränderte Alkalibasalte oder als Produkt einer normalen alkalibasaltischen Differentiation. Neben den karbonathaltigen Vorkommen gibt es nicht wenige karbonatfreie, und es scheint mir notwendig, bei der Diskussion von ihnen auszugehen. Sie sind CaO-arm und unterscheiden sich darin wesentlich von Basalten, deren Feldspat aus einem relativ An-reichen Plagioklas besteht. Innerhalb der Vorkommen, die in nennenswertem Umfang Karbonat führen, sprechen sowohl die zahlreichen früher mitgeteilten Beobachtungen, die inzwischen durch weitere Feststellungen bestätigt wurden, als auch die Auswertung der zahlreichen chemischen Analysen für allogene Natur des Karbonats. Unter diesen Umständen kann die Kalkassimilation wohl nicht als hypothetisch bezeichnet werden. Der Alkaligehalt liegt zudem im Durchschnitt über dem der normalen Alkalibasalte oder der Alkalidiabase des engeren Gebietes. Die Fragen nach Ursache und Herkunft der Alkalizunahme sowie der Alkalivariation müssen also gestellt werden. Die von mir vertretene Auffassung des Chlorits als einer primären Ausscheidung wurde 1951 von M. VUAGNAT bestätigt, dem derzeit wohl besten Kenner spilitischer Gesteine. Nach ihm ist 1. die spilitische Mineralparagenese nicht ein Resultat der alpinen Metamorphose; 2. der gegenwärtige Mineralbestand ein primärer; 3. in den untersuchten Fällen der Chlorit eindeutig jünger als der Albit. Es fehlen daneben postmagmatische Chloritbildung und Chloritisierung keineswegs, aber der sekundäre Chlorit ist meistens verschieden vom primären. Im übrigen darf nicht übersehen werden, daß Chlorit schon in einer Reihe von Keratophyren eine ungewöhnliche Rolle spielt. Die Weilburgite sind demnach nicht nachträglich H2O-reich geworden. Schon die weilburgitische Schmelze war H2O-reich, was ja auch in ihrem sonstigen Allgemeinverhalten zum Ausdruck kommt. Die Randzonen und Zwischenmittel von Pillows bieten keine Unterlage für allgemeine Schlußfolgerungen, da in ihnen sehr oft postmagmatische Einflüsse sich geltend machen.