Original paper

"Weilburgit" und "Schalstein" Erwiderung auf die Diskussionsbemerkung von Herrn E. LEHMANN

Hentschel, H.

Kurzfassung

1. Zum Problem "Weilburgit" Meine vorangehenden Ausführungen über die "Weilburgite" betrachte ich als einen Beitrag zur Frage der Spilite. In den Gesteinen der Lahnmulde, die E. LEHMANN als "Weilburgite" zusammengefaßt hat, scheinen mir verschiedenartige Gesteine vorzuliegen, insgesamt aber durchweg Glieder der Spilitserie. Neben dem allgemeinen Problem der Spilitisierung dieser Gesteine liegt zweifellos ein provinziales Differentiationsproblem vor. Unter diesem Gesichtspunkt bin auch ich der Meinung, daß u. a. "die Fragen nach Ursache und Herkunft der Alkalizunahme sowie der Alkalivariation gestellt werden müssen" (LEHMANN). Die allogene Natur des Karbonates in mandelreichen Gesteinsteilen möchte ich nicht bestreiten, wenn ich auch nicht ihre Ausschließlichkeit anerkenne. Aber eine Fremdnatur des Karbonates in den Mandeln bedeutet noch keinerlei Beweismoment für eine magmatische Karbonatassimilation. Herr LEHMANN sieht von zumindest zwei Möglichkeiten, der synmagmatischen und der postmagmatischen Kalkaufnahme bzw. Kalkeinwanderung nur die erstere, die magmatische Kalkassimilation, und hält sie von vornherein für erwiesen. In seinen Arbeiten ist dementsprechend vor allem jegliche Begründung darüber zu vermissen, daß die zweite Art der Kalkaufnahme in den Mandelsteinen auszuschließen ist. Die von mir vertretene Auffassung einer postmagmatischen epithermalen Kalkimprägnierung ursprünglich blasenreicher Laven entspricht ungezwungen allen petrographischen Gegebenheiten der in Rede stehenden Gesteine, geht konform mit weltweit übereinstimmenden petrographischen Erfahrungen und nimmt keinerlei Zuflucht zu besonderen theoretischen oder hypothetischen Vorstellungen. Dagegen ist die für "Weilburgite" befürwortete magmatische Kalkassimilation bei näherem Zusehen ein sehr komplexer Vorgang, der nach meiner Auffassung petrologisch und physikalisch-chemisch sich ausschließende und widersprechende Einzelwirkungen umfaßt. Solche sind, um einige zu nennen: 1. Die Assimilation ist weitestgehend ohne petrographisch erkennbare (und beweisbare) thermische Effekte verlaufen. 2. Es hat generell keine silikatische Bindung des aufgenommenen Calciums stattgefunden.