Original paper

Das Roteisenstein-Grenzlager von der Wende Mittel-Oberdevon in der Dill-Mulde Beobachtungen und Gedanken zur Entstehung von Erz und Nebengestein

Lippert, Hansjoachim

Kurzfassung

Einleitung Der Bergbau auf Roteisenstein an Lahn und Dill, der überwiegend ein teils massiges, teils gut geschichtetes Erz an der Grenze von Mitteldevon zu Oberdevon als sogenanntes Grenzlager baut, ist aus Urkunden vom 14. Jahrhundert für das Dillrevier und vom 8. Jahrhundert für das Lahnrevier bekannt. Durch Grabungen in alten Schlackenhalden, den Zeugen einer frühen Verhüttung, in der weiteren Umgebung der Erzausbisse läßt sich das Alter des Bergbaus bis in vorgeschichtliche Perioden - ähnlich anderen Bergbaurevieren - zurückverfolgen. - Während im vergangenen Jahrhundert, ja bis in die ersten Jahrzehnte des jetzigen, eine große Zahl von kleineren Gruben mit niedriger Förderung das Erz noch hauptsächlich im Stollenbetrieb, allenfalls von Schächten geringer Teufe aus, abbauten, hat sich seit dieser Zeit das Bild soweit gewandelt, daß heute nur in wenigen und meist größeren Gruben mit höherer Förderung der Roteisenstein gewonnen wird. Im Bestreben, weitere Lagerstätten zu erschließen oder bestehende Gruben auszudehnen und dabei das bergmännische Risiko weitgehend einzuschränken, hat man den erzhöffigen Raum seit etwa 1920 erheblich stärker durchforscht als zuvor. Neben den Arbeiten der Geologischen Landesanstalten, die erst einmal die notwendigen Unterlagen mit Hilfe der bergbautreibenden Firmen schufen, sind seitdem eine Reihe von geologischen Spezialarbeiten z. T. im Arbeitsprogramm der einzelnen Firmen durchgeführt worden, die vor allem seit etwa 1933 zu zahlreichen Bohrungen und bergmännischen Untersuchungsarbeiten führten. Naturgemäß bildet dabei die umstrittene Frage der Lagerstättenbildung einen Eckpunkt dieser Forschungen, denn allein von der Genese hängt es ab, in welchem Umfang und in welcher Richtung die Suche nach Erz betrieben werden kann. I. Genetische Deutungen des Grenzlagers Zu Beginn einer lagerstättenkundlichen Betrachtung der Roteisensteine des Lahn- und Dillgebietes neigte man - hier seien genannt SANDBERGER, BISCHOFF und C. KOCH - dazu, die Bildung der Erze durch oxydationsmetasomatische Vorgänge zu erklären.