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Zur Petrographie der devonischen Magmatite der Dillmulde

Götz, Heinrich

Kurzfassung

Grundlegende Untersuchungen über die magmatischen Gesteine der Dillmulde sind seit der Jahrhundertwende von R. BRAUNS, L. DOERMER, FR. HEINECK, R. REUNING und E. LEHMANN durchgeführt worden. Nach BRAUNS treten im mitteldevonischen Eruptionszyklus essexitische Gesteine auf, mit alkalireichen Keratophyren beginnend und porphyrischen Essexitdiabasen abschließend, während der spätoberdevonische Zyklus nur echte Intrusivdiabase und Pikrite bringt und mit dem Deckdiabas des Kulms sein Ende findet. E. LEHMANN hat festgestellt, daß in der Lahnmulde eine große Anzahl der als Diabase bezeichneten Eruptiva auf Grund ihres Chemismus und Mineralbestands als genetisch mit den Keratophyren verwandte Alkaligesteine - Weilburgite - anzusehen sind. Ähnliche, keratophyrisch-weilburgitische Gesteine beschreibt er auch aus der Dillmulde (1931). Einen Beitrag zur Klärung dieser Fragen stellen die folgenden Ausführungen dar, die sich im wesentlichen auf einen nur kleinen Teil der Dillmulde, den Grubenbezirk im Scheldetal (Geol. Spezialkarte von Preußen, Lfg. 101, Bl. Oberscheld), beziehen. Zahlreiche Neuaufschlüsse in den Gruben Königszug, Neue Lust, Amalie, und vor allem die seit 1934 laufenden Untersuchungsbohrungen der Hessischen Berg- und Hüttenwerke AG., Wetzlar, ergeben eine Fülle neuen Beobachtungsmaterials, das den älteren Petrographen nicht zur Verfügung stand. Die in oben erwähntem Raume vorkommenden magmatischen Gesteine beschränken sich auf den mitteldevonischen Diabasmandelstein Dm, den oberdevonischen, körnigen Diabas (stockförmig, massig = Dk und gangförmig = Di) und den kulmischen Deckdiabas Dd. Diese Untersuchungen wurden im Auftrage der Hessischen Berg- und Hüttenwerke, Wetzlar, im Jahre 1950 und 1951 durchgeführt. Den Herren Bergwerksdirektor Dr. WITTE und Dipl.-Ing. DIETRICH habe ich für verständnisvolle Unterstützung zu danken. Dem Werksgeologen, Herrn Dr. LIPPERT, der mir bei den Grubenbefahrungen reichliche Anregungen und Hilfe erwies, gilt mein ganz besonderer Dank.