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Geophysikalische Spezialuntersuchung eines Grubenfeldes im Scheldetal bei Dillenburg mit der Schmidtschen Feldwaage

Matweber, S.

Kurzfassung

Angeregt durch die in früheren Jahren vorgenommenen erdmagnetischen Arbeiten im Lahn-Dill-Gebiet (u. a. KEGEL, REICH, KLÖSS, KUTSCHER) wurden im Grubenbesitz der Hessischen Berg- und Hüttenwerke, Wetzlar, im Scheldetal bei Dillenburg (MTB. Oberscheld) magnetische Versuchsmessungen durchgeführt, die einerseits die Fortschritte der Geophysik berücksichtigen und andererseits den in diesem Gebiet äußerst schwierigen geologischen Verhältnissen gerecht werden sollten. Zwar ist die Lagerstätte (Roteisenstein-Grenzlager) selbst unmagnetisch, doch weisen die Nebengesteine sehr verschiedene Suszeptibilitäten auf. Die Geologie des ausgewählten Versuchsfeldes ist durch Kartierung von H. J. LIPPERT gut geklärt und zum Teil durch Schürfe nachgewiesen worden. Trotz erheblicher Geländeschwierigkeiten (teilweise sehr steil und dicht bewachsen) wurde eine Meßleistung von durchschnittlich 50 Stationen am Tage bei einem Stationsabstand von 10m mit einem Beobachter, einem Schreiber und einem Gehilfen erzielt, nachdem zuvor eine Vermessung mit einem Stationsabstand von 40-60m keine brauchbaren Unterlagen für die geologische Deutung brachte. Bei der Festlegung des Meßweges wurde besonders darauf, geachtet, daß ausreichende Kontrollen in kurzen Abständen geschaffen wurden. Zu diesem Zwecke wurden Bezugspunkte auf einer Mittellinie durch Hin- und Rückmessung sorgfältig ausgemessen. Hiermit konnten die Wiederholungen auf dem abseits gelegenen Kontrollpunkt häufig erspart und damit eine beachtliche Verkürzung der Messungsdauer (wirtschaftlich von Bedeutung) erreicht werden. Verzahnungen an den Profilrändern ergaben außer guten Kontrollmöglichkeiten vorläufige Erkenntnisse über das Magnetfeld auf den alsbald zu vermessenden Profilen. - Es wurden mehrere beträchtliche Anomalien (bis zu 1500 gamma) gefunden, die bei einer ersten großmaschigen Vermessung nicht erfaßt wurden, aber für die geologische Deutung wichtig waren. An diesen Stellen wurde der Stationsabstand bis zu 2 m herabgesetzt, so daß man von vollausgemessenen Anomalien sprechen kann. Die hohen Werte liegen durchweg über Diabas.