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Einsatz und Ergebnisse angewandter geophysikalischer Meßmethoden im Eisenerzbergbau des Lahn-Dill-Gebietes

Kutscher, Fritz

Kurzfassung

Dort, wo die geologische Arbeitsmethodik versagt oder nur ungenügende Angaben machen kann, wird die Fernwirkung physikalischer Eigenschaften der Erdkruste benutzt, um geologische Körper, insbesondere Lagerstätten nutzbarer Mineralien, zu erkunden. Auch in den Eisenerzrevieren des Lahn-Dill-Gebietes mit seinem komplizierten geologischen und tektonischen Aufbau hat man sich dieser Hilfe bedient. Während erdmagnetische Messungen in größerem Umfang durchgeführt wurden, sind die übrigen unten genannten Meßmethoden nur vereinzelt zur Anwendung gekommen. 1. Der Einsatz erdmagnetischer Messungen Die von der Preußischen Geologischen Landesanstalt angeregten und 1928 durch KEGEL, REICH und KAEMMERER durchgeführten erdmagnetischen Versuchsmessungen im Lahn-Dill-Gebiet auf die Eisenerze und deren Begleitgesteine hatten gezeigt, daß die physikalischen Eigenschaften dieser Gesteine in hinreichend starkem Maße meßbare Unterschiede aufweisen. Wenn auch quantitativ auswertbare Meßergebnisse damals nicht erzielt wurden, war dadurch aber der Weg für eine großzügigere geophysikalische Untersuchung vorgezeichnet worden. So konnte die Gesellschaft für praktische Lagerstättenforschung (PRAKLA) in den Jahren 1938-1942 viele mehr oder weniger bekannte und in Mutung stehende Felder des Eisenerzbergbaus mit modernen Meßmethoden bearbeiten und zum Teil dabei auch brauchbare Ergebnisse für den Bergbau liefern. In letzter Zeit hat das Hessische Landesamt für Bodenforschung die erdmagnetischen Messungen wieder aufgenommen und namentlich im Grubengebiet Georg-Josef bei Wirbelau (Blatt Weilburg 5515) ein größeres Meßprogramm durchgeführt. Nähere Einzelheiten sind bei LAUTERBACH (1943) und KUTSCHER (1953) erläutert und zusammengestellt.