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Die Bedeutung von Conodonten für die Stratigraphie des Oberdevons in der Lahn- und Dillmulde

Beckmann, Heinz

Kurzfassung

Der Lagerbergbau benötigt eine auch bei dünnen Bohrkernen anwendbare biochronologische Methode. Die Orthochronologie nach Goniatiten und die von MATERN und KEGEL benutzte Parachronologie nach Ostracoden sind im Lahn- und Dillrevier hauptsächlich aus faziellen Gründen kaum anwendbar. Bei der Häufigkeit von Conodonten in den sonst fossilarmen Cephalopodenkalken liegt deren stratigraphische Verwendung nahe. Dazu werden die Kerne oder Proben mit Monochloressigsäure aufgeschlossen und der Rückstand mit Bromoform angereichert. Die Conodonten erlauben eine schnelle und sichere stratigraphische Einstufung, insbesondere sind die Polygnathiden gut erhaltungsfähig, häufig und leicht bestimmbar. Von den einzelnen Devonstufen sind bisher Givet gegen Adorf, Adorf alpha bis gamma gegen den Kellwasserkalk delta und diese gegen das höhere Oberdevon abgrenzbar. Für die einzelnen Stufen des oberen Oberdevons sind die Unterscheidungsarbeiten noch nicht abgeschlossen. Das Unterkarbon ist in seiner Conodontenfauna ebenfalls z. T. bekannt. Die Proben wurden zum Vergleich aus dem ganzen rechtsrheinischen Schiefergebirge zusammengeholt, ohne daß störende lokale Unterschiede bemerkbar wären.