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Profil durch die Dill-Mulde von Haiger bis Herborn Exkursion am 23. Mai 1952

Lippert, H. J.; Solle, G.; Teike, M.

Kurzfassung

Exkursionsweg Allendorfer Berg und neue Umgehungsstraße an der "nassauischen Kalten Eiche" bei Allendorf-Papiermühle bei Haiger-Langenaubach-Sechshelden-Galgenberg bei Dillenburg-Laufender Stein bei Dillenburg-Niederscheld-Oberscheld-Tagebau Auguststollen und Eiserne Hand bei Oberscheld-Übernthal-Bicken-Herborn-Dillenburg (Omnibus-Exkursion). (Siehe Übersichtskärtchen, Abb. 7.) Gezeigte Erscheinungen Tiefes Oberems am Südrand des Siegener Sattels (Allendorfer Berg) - Profil vom Oberems bis zum unteren Mitteldevon an der Haigerhütte. - Oberes Mitteldevon und Oberdevon i. versch. Fazies, Langenaubacher Tuffbrekzie, Deckdiabas (Kulm), Schuppentektonik bei Langenaubach. - Amphibolpikrit bei Sechshelden. - Oberdevon und Diabasmandelstein Galgenbergmulde bei Dillenburg. - Oberes Mitteldevon (Schalstein), Roteisenstein-Grenzlager, Oberdevon am Sattel vom Laufenden Stein bei Bhf. Dillenburg. - Deckdiabas mit Wulst-Bildung, Nd.-Scheld. - Tagebau in Roteisenstein-Grenzlager, oberes Mitteldevon, Deckdiabas, Eiserne Hand bei Oberscheld. - Querprofil durch die Eiternhöll-Schuppe mit Diskordanz zwischen Unterems und oberem Mitteldevon, außerdem geringmächtiges Oberdevon, Deckdiabas und Kulm-Lydite im Bahneinschnitt von Übernthal. - Oberdevon und oberes Mitteldevon in Cephalopodenkalk-Fazies; Tentaculiten-Schiefer mit Fauna; Kalkbruch Benner bei Bicken. - Kulm-Grauwacke im Weibach-Tal bei Bicken. - Kulm-Tonschiefer am Weinberg ("geistlicher Berg") bei Herborn. Aufschlüsse der Exkursion Vom Allendorfer Berg, einer Höhe nw. Allendorf bei Haiger, die aus Ems-Quarzit am N-Flügel der Dillmulde besteht, Blick auf den nordwestlichen Teil der Mulde und die Basaltplatte des Westerwaldes. Südöstlich im Vordergrund liegen Allendorf und - etwas zurück - das Städtchen Haiger in einer für diesen Teil des Schiefergebirges verhältnismäßig weiten Senke, die von Dill, Au-Bach und Haiger-Bach bei ihrem Zusammenfluß aus dem breiten Band der wenig widerstandsfähigen, hier spezialgefalteten Schichten der Oberems- und den Eifelstufe auf der Nordwestflanke der Dillmulde ausgeräumt wurde. Die Höhen, die unmittelbar südöstlich Haiger aufsteigen, bauen sich auf aus dunklen Schiefern mit festen Quarziten im unteren Mitteldevon und lagergangartig auftretenden Diabasen im oberen Mitteldevon. Erst hinter diesem Rücken, zum größten Teil von ihm verdeckt, schließen sich dann die aus oberem Mittel-, Oberdevon und Kulm gebildeten Bergzüge und Senken der einzelnen Spezialsättel, Mulden und Schuppen der eigentlichen Dillmulde an.