Original paper

Geologisch-petrographische Exkursion in die Lahnmulde am 24. Mai 1952

Hentschel, H.; Michels, F.

Kurzfassung

Die Exkursion war überwiegend der Aufgabe gewidmet, einen Einblick in den i. w. devonischen Magmatismus der Lahnmulde zu vermitteln. Die Bevorzugung galt also den Diabasen, Spürten und spilitischen Mandelsteinen, den "Weilburgiten" und Keratophyren, sowie den sie begleitenden pyroklastischen Gesteinen, den Schalsteinen und Keratophyr-Tuffen, deren exakte Kenntnis für die Beurteilung der Entstehung und Lagerungsverhältnisse der Lahn-Dill-Roteisenerze von allererster Bedeutung ist. Die wichtigsten Typen dieser Gesteine, ihre petrographische Erscheinungsweise und ihre Verbandsverhältnisse sollten vorgeführt werden. Den Exkursionsteilnehmern bot sich damit auch die Gelegenheit zu einer unmittelbaren Anschauung der gegenwärtig in ihrer Genese umstrittenen Gesteine. Die Sedimente der Lahnmulde wurden nur insoweit in das Exkursionsprogramm einbezogen, als der gewählte Weg dies zuließ. Es sind auf diese Weise einige wichtige stratigraphische Glieder der Lahnmulde außer Betracht geblieben. Etwa 55 Teilnehmer beteiligten sich an der mit einem Omnibus von Dillenburg als Ausgangsort durchgeführten Exkursion, die als Anfahrt über Herborn den Weg durch das Innere der Dillmulde wählte, zur Höhe der Tertiärdecke des Westerwaldes aufstieg, Driedorf (Bl. Herborn) berührte, um zwischen Odersberg und Forsthaus Johannisberg (Bl. Merenberg) das Basaltplateau des Westerwaldes wieder zu verlassen. Nach weiterer Durchquerung des südlichen Teils der Dillmulde und der Verlängerung der Hörre mit Oberdevon und Culm bis Obershausen, des Unterdevon-Hauptsattels zwischen Obershausen und Niedershausen, der sich hier zwischen Dill- und eigentlicher Lahnmulde einschiebt, bewegte sich die Exkursion zunächst im Limburg-Hadamarer-Zug von Oberem Mitteldevon über Löhnberg (Bl. Merenberg) nach Ahausen, um in Weilburg und seiner näheren Umgebung Gelegenheit zu geben, einen Einblick in den Aufbau der Weilburg-Ahäuser-Oberdevonmulde zu gewinnen, die anschließend mit Haltepunkten bis Runkel und Schadeck (Bl. Hadamar) durchfahren wurde. Dort schloß das Studium der devonischen Gesteine der Lahnmulde ab.