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Zur Erklärung der westmediterranen Überschwere-Anomalie durch die Unterströmungstheorie

Kraus, E. C.

Kurzfassung

Übersicht In den beiden interessanten Aufsätzen über das Schwerefeld des Westmediterrangebietes und seine orogenetische Bedeutung von B. J. HOFMAN und R. W. VAN BEMMELEN in Nr. 8 (August 1952) der Zeitschrift Geologie en Mijnbouw wurde die Unterströmungsauffassung des Verfassers unrichtig dargestellt. Soll doch Fig. 3 dessen Abb. 72 (ergänzt durch Abb. 76, S. 136) in seinem Buch von 1951 (siehe Literaturverzeichnis) richtig wiedergeben. Verfasser hat aber 1951 nur die Gesamttektonik von Betischer Kordillere-algerischem Tellatlas, für das Buchformat verkürzt, gezeichnet, betreffend die Zeit vor der jungtertiären Epeirophorese, welche auf gleicher Seite 167 angedeutet wurde. Nach Auffassung des Verfassers hat Drift die Flanken des Tellobetischen Orogens auseinandergerissen. Dies geschah dort, wo im Profil Abb. 72 median, also bei den Narbenschnitten unter dem Orogenscheitel, die Profilunterbrechung für den Leser wohl sichtbar gezeichnet ist. Hier fehlt ja eine Profillänge von gegen 100km! Verfasser wollte für den unbekannten Meeresboden keine Konstruktion geben. Was aber müßte man nach der Unterströmungstheorie hier annehmen? Spräche das hier gefundene Schwere-Plus wirklich für die Undationstheorie und gegen die Unterströmungstheorie? So meinte ja R. W. VAN BEMMELEN (1952) gegenüber dem Hinabbaugedanken der Unterströmung: "That prognosis leads to pronounced negative anomalies in the West-Mediterranean basin, whereas high positive values have been observed." In der Tat: läge hier das unveränderte Entwicklungsergebnis eines Unterströmungs-Orogens (Abb. 1) vor, so wäre ersteres richtig. Verfasser sagte 1933, S. 431: "Wir finden keine Beziehung zwischen Überschwere und geosynklinaler Tätigkeit, es sei denn bei basischem Salsima-Untergrund." Die Narbenzonen und ihre Orogene haben Schwere-Minus, was Verfasser a. a. 0., S. 432 f., und in seinen Büchern immer wieder zum Ausdruck gebracht hat. 1933, S. 419, hat er den isostatischen Aufstieg als notwendige Folge des vorhergegangenen, geosynklinal einengenden Hinabbaues festgestellt.