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"Basaltgeologie" Ein Beitrag zur Kenntnis der tertiären Basalte

Klüpfel, Walther

Kurzfassung

I. Grundlagen der Basaltgeologie 1. Lagerungsverhältnisse des Basaltes Für die Beurteilung eines altvulkanischen Basaltvorkommens ist Voraussetzung, daß man eine richtige und klare Vorstellung von der Entstehung der Basaltkörper hat. Auf den bisherigen Anschauungen läßt sich keine Basaltgeologie aufbauen, weil sie auf der Voraussetzung beruhen, daß es sich wie beim diluvialen und heutigen Vulkanismus um Oberflächenergüsse handelt. Beim Altvulkanismus darf man sich jedoch m. E. nicht von dem Vorbild der heutigen Vulkane leiten lassen, sondern muß sich auf reine Beobachtungstatsachen stützen. Diese Behauptung mag an Hand einiger Beispiele aus meiner dreißigjährigen Basaltpraxis erläutert, werden. Lagerung des Basaltes im Verhältnis zur vorbasaltischen Tektonik: 1. Grundriß durch einen Basaltschlot und 2. Profil durch Basaltscheiben mit Tuffzwischenlagen. Der Basalt ist nachträglich in einem Tuffschlot aufgedrungen. Erfahrungsgemäß wird nie eine Basaltscheibe wieder von einer Explosionsröhre durchsetzt. - Folgerung: Der Tuff ist insgesamt älter als der Basalt, der als Schmelze nachträglich zwischen die Tuffschichten eingedrungen und dann als Scheibe erstarrt ist. (Braunkohlengrube Concordia bei Marienberg, Westerwald.) 3. Ein vertikaler Basaltgang durchbricht die im Wasser horizontal abgelagerten Tuffschichten, die vorbasaltisch tektonisch schiefgestellt wurden. (Altenbuseck bei Gießen.) - Folgerung: Zuerst horizontale Tuffablagerung im Wasser, dann Störung und Schiefstellung, dann Aufreißen einer vertikalen Dehnspalte, auf welcher der Basalt aufgestiegen ist. 4. Kugelbasalt (Pillow-Lava) in vorbasaltischem Ton. Der Basalt hat den Ton zu kleinen Säulchen gefrittet ("Fossile Segerkegel"). - Im Abraum des Basaltbruches Kesselbach bei Londorf (Vogelsberg). - Folgerung: Der Basalt ist in den obermiozänen Ton intrudiert. Pillow-Lawa ist kein Beweis für Oberflächen-Ergüsse. 5. Bilskuppe, 4 km nördlich von Lauterbach in Oberhessen. Basaltsteinbruch am Südwesthang; - Über Keupermergel kam obermiozäner Basalttuff im Wasser zur Ablagerung.