Original paper

Über orogene Bewegungen im Unterrotliegenden des Thüringer Waldes

Schreiber, Alfred

Kurzfassung

Das Rotliegende in der sogenannten Tambacher Mulde des Thüringer Waldes, die ein Teilstück des im Streichen des variszischen Gebirges sich weithin erstreckenden Saar-Saale-Troges darstellt, gliedert sich in die bekannten Rotliegendstufen von den Gehrener bis zu den Tambacher Schichten. Der tektonische Bau entspricht im allgemeinen dem einer von Verwerfungen vielfach durchsetzten Mulde, in der die Gehrener Schichten die Randgebiete einnehmen und die jüngeren Stufen nach der Beckenmitte zu folgen. Diesem Aufbau fügte sich bisher ein Streifen von Unterrotliegendsedimenten am südwestlichen Gebirgsrand bei Schleusingen zwischen Breitenbach und Crock, kurz als Schleusinger Randzone benannt, nur schlecht ein, indem diese Gesteine nach den geologischen Spezialkarten (Bl. Schleusingen, Masserberg und Eisfeld) insgesamt den Goldlauterer Schichten zugeordnet wurden. Auch die in den Sedimenten bei Breitenbach gefundenen stephanischen Pflanzen machten diese Einstufung fragwürdig. Die geologische Aufnahme der Schleusinger Randzone ergab, daß diese Gesteine teils in die Gehrener, teils in die Manebacher und teils in die Goldlauterer Stufe zu stellen sind und in dem nördlichen Teil bis zum Schleusetal von Norden nach Süden aufeinander folgen. Die Begründung für diese Gliederung soll im Hinblick auf die hier darzulegenden Grundzüge der tektonischen Verhältnisse an anderer Stelle gegeben werden. Sie stützt sich für die Gehrener Schichten auf die kennzeichnende Einschaltung von Eruptivgesteinen, für die jüngeren Stufen auf eine Reihe von petrographischen Merkmalen. Im Breitenbacher Gebiet bildet eine ziemlich umfangreiche Zonenfolge der tieferen Gehrener Schichten, zu denen auch Schiefertone und Sandsteine gehören, eine Mulde, die Breitenbacher Mulde. Profile zeigen, daß zu dieser die höchsten Gehrener Schichten diskordant liegen, und auch die Manebacher Schichten transgredieren noch über zwei Gehrener Zonen. Am Bürg-Berg ist die Diskordanz zwischen dem nach Westen einfallenden Muldenflügel und dem darüberliegenden südfallenden, tuffitischen Konglomerat festzustellen. Im Hohen Tal werden durch Faltung steilgestellte Schiefertone und Sandsteine von einem Konglomerat, das in, Geröllen u. a. das aufgearbeitete Liegende enthält, diskordant überlagert.