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Fremdländische Laubgehölze als lebende Fossilien

Kirchheimer, F.

Kurzfassung

Zahlreiche Laubgehölze unserer Gärten und Parkanlagen gehören nicht zur Flora des heutigen Mitteleuropas, sondern sind aus fernen Ländern eingeführt worden. Überwiegend sind diese Gewächse im östlichen Nordamerika und in Ostasien heimisch. Die Mehrzahl der angepflanzten Gattungen war nach dem Zeugnis der Fossilien, besonders von Frucht- und Samenresten, während des Tertiärs in Mitteleuropa verbreitet. Demnach wurden sie vom Menschen in die einstige Heimat rückgeführt und rechtfertigen eine Bezeichnung als lebende Fossilien. Mit dem einstigen Auftreten dieser Formen beschäftigen sich besondere Darstellungen, die in dem Buch des Vortragenden über die Laubgewächse des mitteleuropäischen Tertiärs enthalten sind. Schließlich wird angeregt, heutige Vertreter der für das Tertiär des Gebietes nachgewiesenen Laubgewächse und Koniferen in der Nachbarschaft von geologischen Instituten geschlossen anzupflanzen. Solche Anlagen würden ein besseres Lebensbild der zur Zeit vor dem Erscheinen des Menschen grünenden Flora liefern als andere Formen der Rekonstruktion.