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Karbonkohlen-Gerölle in der Unterkreide des Niedersächsischen Beckens

Teichmüller, Marlies & Rolf

Kurzfassung

Karbonkohlen-Gerölle im Wealden des Osterwaldes Bei der Aufsammlung von Kohlenproben für vergleichende Inkohlungsuntersuchungen im nordwestdeutschen Wealden fand M. TEICHMÜLLER 1949 im Hüttenstollen des Osterwaldes kleine Kohlengerölle von 1 bis höchstens 10mm Durchmesser. Sie liegen dicht gepackt in einer wenige cm dicken Schicht des Sandsteins über dem sogenannten Bergeflöz des Wealden. - Kohlengrus, der aus umgelagerten faserigen Torfteilchen und verschwemmten Blatt- und Holzresten hervorgegangen ist, beobachtet man im sandigen Hangenden von Kohlenflözen ja nicht selten. Bei der mikroskopischen Untersuchung der Kohlenstücke im Sandstein über dem Bergeflöz bot sich statt dessen ein ganz unerwartetes Bild: Wohl fanden sich untergeordnet inkohlte Torf fasern und verkohlte Holzreste kretazischen Alters - die eigentlichen Kohlengerölle aber bestehen, wie Tafel 14, Bild 1 und 2, zeigen, aus eckigen Stückchen von Clarit, Durit und Kännelkohle, d. h. Kohlenstreifenarten, die, wenigstens in dieser Ausbildung, dem Wealden fremd sind. Für Wealdenkohlen ungewöhnlich ist dabei der Reichtum an Sporen und anderen Bitumenkörpern sowie an stark reflektierenden Bestandteilen, wie sie in der hellen Grundmasse der Karbondurite vorkommen. Ungewöhnlich für Wealdenkohle, aber typisch für Karbonkohle sind ferner Megasporen und vor allem eine (im Anschliff) hantelförmige Mikrospore, die sogenannte Splintspore THIESSENS (Tafel 14, Bild 3). Demnach besteht schon auf Grund der Anschliffbeobachtungen gar kein Zweifel, daß es sich hier um Gerölle karbonischer Kohlenhandelt. Und zwar sind es - nach der geringen Reflexion des Vitrits und der dunkelgrauen, manchmal sogar noch bunten Farbe der Sporen im Anschliff zu urteilen - durchweg gering inkohlte Steinkohlen. Eine Elementaranalyse ergab: 79,3% C, 5,5% H, 7,2% O, 1,3% N, 1,4% S, 5,0% Asche in der lufttrockenen Kohle, d.h., berechnet auf wasser-, asche-, Stickstoff- und schwefelfreie Substanz, 86,4% C, 5,9% H, 7,8% 0. Die Karbonkohle der Gerölle ist wenig stärker inkohlt als die Wealdenkohle des Bergeflözes darunter, die, nach den Vitritanalysen der etwas tieferen Flöze zu urteilen, etwa 85% C, 5,6% H und 9,5% 0 (berechnet auf wasser-, asche-, stickstoff- und schwefelfreie Substanz) enthält.