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Das genauere Alter einiger Karbonkohlen-Gerölle aus der Unterkreide des Niedersächsischen Beckens auf Grund ihrer Mikroflora

Kremp, Gerhard

Kurzfassung

Einige der Kohlengerölle, die in der vorstehenden Arbeit beschrieben sind, wurden aus den Sandsteinen ausgepickt, mazeriert und auf ihre Sporenführung untersucht. Aus diesen Stichproben ergaben sich gewisse stratigraphische Schlußfolgerungen, auf die hier eingegangen werden soll. Die Grundlage für die stratigraphische Auswertung der Sporen in den Geröllen bildete ein umfangreicher Atlas der Sporites des Ruhrkarbons mit einer Verbreitungstabelle, über welche der Verfasser bereits mehrfach berichtete. Auffallend ist der hohe Prozentsatz von Florinites. Für das Westfal B und die tieferen Schichten des Westfals C sind ähnliche Anhäufungen dieser Sporen ganz ungewöhnlich. Nur im jüngsten z. Z. bergbaulich erschlossenen Flöz des Ruhrgebietes (Flöz Loki der Zeche Brassert) wurde bisher erstmalig eine größere Zahl von Florinites-Sporen angetroffen. Die Anhäufung der Florinites-Sporen weist zweifellos auf jüngere Schichten als tieferes Westfal C. Dafür spricht auch das Zurücktreten der Densosporen. Letztere finden sich schon im Flöz Loki nur noch vereinzelt, während sie in den tieferen Schichten des Westfals C - von den älteren Karbonstufen ganz zu schweigen - sehr zahlreich sind bzw. sogar dominieren. Das gilt wenigstens für die duritische Kohlenfazies, d. h. für die Ablagerungen offener Gewässer. In vitritischen und claritischen Kohlenstreifenarten, die aus Waldmoortorfen hervorgegangen sind, treten die Densosporen auch im Westfal B und im unteren Westfal C gegenüber den Lycosporen und den runden und dreieckigen Sporen (Punctatisporites und Granulatisporites im Sinne von SCHOPF, WILSON und R. BENTALL, 1950) zurück. Bei sporendiagnostischen Vergleichen muß also stets die Kohlenfazies berücksichtigt werden; nur die Mikrofloren faziell gleichartiger Kohlen dürfen miteinander verglichen werden (s. KREMP, 1952, S. 347).