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Die stratigraphisch-fazielle Entwicklung der marinen Unterkreide im nordwestlichen Teutoburger Wald

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Überblick Nachdem eine Anzahl örtlicher Untersuchungen vorangegangen war, begann kurz nach 1900 die systematische geologische Bearbeitung des Teutoburger Waldes, die sich in den Kartenaufnahmen der Preuß. Geologischen Landesanstalt von Südosten nach Nordwesten bis in die Gegend von Lengerich und Hasbergen im Jahre 1935 fortsetzte. Schon 1909 waren gleichartige Untersuchungen im Bentheimer Gebiet beendet, so daß nur der nordwestliche Teutoburger Wald, der sich diagonal über die beiden Meßtischblätter Tecklenburg und Bevergern erstreckt, vorläufig unbearbeitet blieb. Erst nach dem letzten Kriege war es 1946 bis 1948 möglich, die Aufnahmen im Rahmen der vom Amt für Bodenforschung laufenden Arbeiten durchzuführen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen wird, soweit sie sich auf die marine Unterkreide beziehen, im folgenden wiedergegeben. Entsprechend ihrer Bedeutung für das geologische Bild sollen die stratigraphisch-faziellen Verhältnisse im Vordergrund der Ausführungen stehen und werden im Teil I dargestellt. Aus ihnen sich ergebende morphologische, tektonische und paläogeographische Fragen werden im Teil II erörtert. I. Stratigraphie und Fazies Der von seinem Nordwestende bis nach Altenbeken 120km weit reichende Teutoburger Wald enthält zusammen mit dem sich nach Süden anschließenden 25km langen Eggegebirge ein zusammenhängendes Unterkreideprofil, das im Hauptteil des Gebirgsverlaufes eine große Konstanz in der Ausbildung und eine gleichmäßige Mächtigkeitsentwicklung aufweist, so daß es wegen der Eintönigkeit der Fazies oft erschwert war, bei örtlicher Fossilarmut die einzelnen Unterkreidestufen zu trennen. Das Hauptgestein der grobklastischen marinen Unterkreide ist der Osningsandstein, dessen Altersstellung sich vom Valendis bis zum Unteralb erstreckt. Darüber folgt als zweites wichtiges Gestein von größerer Mächtigkeit der Flammenmergel. Die meist gleichmäßige Sandsteinausbildung erfährt erst im nordwestlichen Teil eine fazielle Auflockerung. Sie erlaubt in Verbindung mit einigen dortigen Fossilfunden die Einteilung der nachfolgenden Abschnitte nach den Unterstufen, so daß die Darstellung diesen oder bestimmten, sich aus den örtlichen Verhältnissen ergebenden Zusammenfassungen folgt.