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Tektonische Studien an der Piesberg-Pyrmonter Achse im Bereich um Bad Pyrmont

Stark, Hans

Kurzfassung

1. Problemstellung Die Piesberg-Pyrmonter Achse ist ein wesentliches Strukturelement im tektonischen Bilde des Weserberglandes. Die vorliegenden Untersuchungen befaßten sich mit dem Achsenabschnitt um Bad Pyrmont, in welchem die Aufsattelung besonders kräftig ist, so daß im Sattelkern die Schichten des Mittleren Buntsandsteins, umrahmt vom Oberen Buntsandstein und Muschelkalk, zutage streichen. Im Landschaftsbild zeichnet sich der Pyrmonter Achsenabschnitt infolge einer Reliefumkehr durch die Bildung eines breiten, von der Emmer durchflossenen Talkessels von etwa dreieckigem Umriß aus. Frühere Bearbeiter schenkten dieser Talform bereits besondere Aufmerksamkeit, weil sie die Frage beschäftigte, ob hierin vielleicht gewisse tektonische Gegebenheiten ihren Ausdruck finden. O. GRUPE (1927) kam bei der Aufnahme der Blätter Pyrmont und Ärzen zu der Auffassung, daß die auffallende Auskesselung des Emmertales bei Pyrmont lediglich durch exogene Kräfte entstanden sei, indem infolge der besonders starken Aufwölbung in diesem Abschnitt die weichen Schichten des Röt in das Erosionsniveau der Emmer gelangt und in beträchtlichem Umfang ausgeräumt seien. Einen Einfluß des Zechsteinsalzes verneinte GRUPE. Die Störungen faßte er als Scheitelbrüche auf dem durch laterale Einengung entstandenen Sattel auf. P. HÜLSENBECK (1918) nahm besonders im Hinblick auf das Auftreten der Kohlensäure in den Badequellen von Pyrmont an, daß die Sattelbildung ausschließlich das Werk eines von unten her die Schichttafel auffaltenden magmatischen Körpers sei. Da GRUPES und HÜLSENBECKS Auffassungen voneinander abweichen, erschien das Problem noch offen, und es sollte daher mit Hilfe der Kleintektonik untersucht werden, von welcher Art die Bewegungen waren, durch die Schichten des Buntsandsteins am Pyrmonter Sattel bis in das Erosionsniveau der Emmer gerückt wurden, das heißt also, ob die Aufsattelung das Werk lateral wirkender, pressender Kräfte war, wie GRUPE annahm, oder ob andere Bewegungen die zahlreichen Störungen verursacht haben.