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Die thermalen Salzsolen des Ruhrgebietes und ihre Quellgase

Patteisky, K.

Kurzfassung

Das Auftreten thermaler Salzsolen im Ruhrkarbon ist weit verbreitet. Sie bewegen sich vor allem in den Drusenräumen der mineralisierten, teilweise vererzten größeren und kleineren Querstörungen. Von ihnen treten sie in die klüftigen, mächtigen Sandsteinbänke über, deren Klüfte meist nur zum Teil durch Mineralausscheidungen verschlossen sind. Die Temperaturen der Wässer betragen bei Teufen von 500-700m 40 bis 50° C. Auf der Zeche Sachsen wurden bei 1300 m Tiefe 56° C gemessen. Man versuchte es meist, diese hohen Temperaturen mit einer Verkürzung der geothermischen Tiefenstufe in Zusammenhang zu bringen. Es ist aber umgekehrt: Die Salzsole bringt die Wärme aus der Tiefe mit und hat so die Temperatur der Gebirgsschichten erhöht, Bisher wurde stets angenommen, daß es sich um Wässer handelt, welche ihren Solegehalt aus den im Nordwesten vorhandenen Zechsteinsalzlagern ausgelöst haben, an Störungen in die Tiefe gesunken und im Bereich des Bergbaugebietes wieder emporgestiegen sind. Dagegen spricht ihr Gehalt an Bariumchlorid, der dem Meerwasser sowie den Salzlagerstätten fremd ist. Überdies ist das Fehlen von KJ und Bromsalzen zu beachten, welche im Meerwasser allgemein verbreitet sind. Der Salzgehalt dieser Wässer steigt mit zunehmender Tiefe. Er beträgt 10-15% bis 18%, auf der Zeche Sachsen 21%. Auf den oberen Sohlen und im Deckgebirge gibt es andere Salzsolen mit Kaliumjodid und Bromsalzen, ohne BaCl2. Sie haben Salzgehalte, welche höchstens 5-10% erreichen. Ihre Salze stammen aus den Salzlagerstätten des Deckgebirges. Die auf den oberen Sohlen zusitzenden Wässer haben stets einen gewissen Schwefelsäuregehalt. Er wird bei der Oxydation des Schwefelkieses gebildet, der in den Schichten des Kohlengebirges sehr verbreitet ist. Beim Zusammentreffen mit BaCl2 Lösungen bildet sich das unlösliche BaS04. Es entstehen Sinterabsätze in den Grubenbauen, und es versetzen sich Pumpen sowie Leitungen.