Original paper

Die Großfauna der Mukronatenschichten des östlichen Münsterlandes und die Stratigraphie des Gebietes

Giers, R.

Kurzfassung

Die Belemnitella mucronata führenden Schichten des östlichen Münsterlandes zeichnen sich vor den liegenden Schichten der Quadratenkreide und des Emschers durch reiche Abwechslung im Schichtenaufbau, zahlreiche petrographische Leithorizonte und eine Regelmäßigkeit im Aufbau aus, der an die Trias erinnert. Rein petrographisch ergab sich eine Gliederung in 1. Stromberger (Grenzschichten zur Quadratenkreide), 2. Beckumer und 3. Vorhelmer Schichten. Diese Aufteilung wird gestützt durch die faunistischen Inhalte der Schichten, über die bisher, mit Ausnahme der Sendenhorster Fische, wenig bekannt war. Die horizontmäßigen Aufsammlungen ergaben an Megafossilien 90 Arten, die in über 1400 Stücken vorliegen: 14 Ammoniten (700 Stücke), Gastropoden 6 (18 St.), Lamillibranchiaten (ohne Inoceramen) 23 (160 St.), Inoceramen 4 (240 St.), Brachiopoden 8 (18 St.), Bryozoa 6 (15 St.), Vermes 3 (18 St.), Echinoidea 4 (148 St.), Crinoidea 1, Anthozoa 1, Spongiae 22 (120 St.). Die Stücke sind in 30 Jahren aufgesammelt, und die Stückzahl gibt ein Maß für die Häufigkeit und die praktische Brauchbarkeit für stratigraphische Zwecke. SCHLÜTERS erste auf Spongien und die Verhältnisse im westlichen Münsterland gegründete Gliederung erweist sich als unhaltbar, weil Becksia fehlt und Coeloptychien sehr selten sind. Micraster glyphus SCHL. geht durch die ganze Schichtreihe, wenn auch nicht in der von SCHLÜTER beschriebenen Extremform. Echinocarys ovatus (LESKE) ist in den von LAMBERT beschriebenen Varietäten ebenfalls in dem ganzen Raume vorhanden, doch keine der letzteren horizontweisend. Einwandfrei brauchbar sind nur die Ammoniten, in erster Linie die Späthopliten: Hoplitoplacenticeras dolbergense (SCHLÜTER) ist bezeichnend für die Beckumer Schichten. Seine Mutationen H. vari (SCHLÜT.) und H. costulosum (SCHLÜT.) sind leitend für die Vorhelmer Schichten. H. coesfeldiense (SCHL.) tritt nur in den unteren 10m der Varizone auf und hat nur eine untergeordnete Bedeutung. SCHLÜTER hat in seinem Cephalopodenwerk erst in einem Nachtrag eine ursprünglich H. coesf. zugeschriebene Form dolbergense zugewiesen.