Original paper

Petrographische Bearbeitung des Rotliegenden aus der Untersuchungsbohrung Limbergen 1

von Gaertner, Hans Rudolf

Kurzfassung

Die etwas nördlich der alten Limbergen-Bohrung angesetzte neue Untersuchungsbohrung war unter einem Zechsteinprofil in 434,35m Tiefe auf roten eisenreichen Sandstein und roten, grünen und grauen Schieferton gestoßen. Bei 437,75 m folgt unter dem sedimentären Rotliegenden eine Eruptivbreccie, die das Hangende eines Oberflächenergusses darstellt. In diesem Erguß bleibt die Bohrung bis 440,20 m. Bei dem Eruptiv handelt es sich um einen basischen Andesit (Porphyrit), der sehr starke Zersetzungserscheinungen aufweist. Das Eisen wurde ausgelaugt, so daß die letzten noch flüssigen Phasen, welche ältere, schon erhärtete und in sich fluidal struierte Andesite einschließen, verhältnismäßig hell erscheinen. Doch zeigen die dunklen Brocken randlich die gleiche Bleichung, und in den hellen Brocken finden sich auch dieselben Feldspate wie in den dunklen. Viele Stellen sind darüber hinaus noch in Aragonit umgewandelt worden. In den Aragoniten erkennt man noch die Feldspate als "Gespenster" an der Verteilung der nicht veränderten Einschlüsse. Die zahlreichen Mandeln lassen eine postmagmatische Ausscheidungsfolge von 1. Pennin, Muskovit,? Zoisit, 2. Aragonit und 3. Pennin erkennen. Die Mandeln und der karbonatisierte Andesit werden von Quarzgängen, die etwas Pennin führen, verquarzt. Auch ein Teil der Mandeln weist eine Füllung von glasklarem Quarz auf. Die Feldspäte sowie die Grundmasse sind anomal zusammengesetzt (Lichtbrechung etwa 1,54°, Auslöschungsschiefe gegen die Albitlamellen 5 bis 30°). Sie sind mit Karbonaten (meist Aragonit), Serizit und? Zoisit gefüllt. Vermutlich handelt es sich um kalireiche Plagioklase. Die rotliegenden Sedimente führen neben von weit her zugeführten und gut gerundeten Quarzen das Material der oben geschilderten Eruptiva einschließlich der Feldspäte. Es fehlen unter den Geröllen aber die Feldspäte, welche mit Karbonat gefüllt sind; vermutlich sind sie infolge eines feuchten Klimas, während des kurzen Transportes durch Auflösung des Karbonats zerfallen.