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Über einige Beziehungen der Erzvorkommen im Osnabrücker Raum zum varistischen Magmatismus

Schneider, Harras

Kurzfassung

Zwischen Wiehengebirge und Osning finden sich im Paläozoikum der nordwestfälisch-lippischen Schwelle Vererzungen, die als hydrothermale Auswirkungen eines sonst in der Tiefe verborgenen Magmatismus - neuerdings nachgewiesen durch Tiefbohrungen im Raum Limbergen - Beachtung verdienen. Indessen weniger, weil es sich hier um wirtschaftlich wichtige Lagerstätten handelt, sondern eigentlich mehr, weil ihre Lage und ihr Auftreten im Rahmen einer Gesamtschau der deutschen Erzvorkommen symptomatisch sein könnte für bestimmte Gesetzmäßigkeiten ihrer räumlichen und zeitlichen Anordnung. Die Eisenerze, primär Eisenspat und in der Hutzone weitverbreitet Brauneisen, sowie Bleiglanz und Zinkblende und deren Umsetzungsprodukte sind vorwiegend an den Zechstein in den Randstaffeln der karbonischen Horste gebunden. Sie wurden in größeren Mengen einmal am Süd-, Ost- und Nordostrand der Ibbenbürener Bergplatte, dem sogenannten Schafberg, gewonnen (Gruben Friedrich-Wilhelm, Perm und Hektor), ferner am Hüggel (Georgsmarienhütte), besonders in dem 4km langen Zechsteinzuge, an dessen Nordrand und auch in vereinzelten Schollen dieser Schichten am Südrande und im Silberbergzuge. Vom Piesberg sind nur geringe Erzspuren bekanntgeworden. Das Zusammenvorkommen von Eisenspat, Bleiglanz und Zinkblende als Haupterzen, das Auftreten von Schwerspat als Gangart und örtlich zu beobachtende Verkieselungserscheinungen sowie die Begleitmineralien Schwefelkies, Kupferkies, Dolomit, Kalkspat und Aragonit lassen keinen Zweifel an der ascendent-hydrothermalen Zufuhr der Lösungen. Nach unseren heutigen Kenntnissen wird man wegen des starken Zurücktretens der Kieselsäure und daneben des Kupferkieses, ferner wegen der schon makroskopisch erkennbaren, vielfach auftretenden feindispersen Verteilung von Bleiglanz und Zinkblende (erzmikroskopische Untersuchungen fehlen noch) mit einer verhältnismäßig kühlen, herdfernen Bildung wohl in mehreren Generationen rechnen dürfen.