Original paper

Verhalten der flüchtigen Bestandteile im Bereich der Steinkohlenbergwerke Ibbenbüren

Hellwig, Fr.

Kurzfassung

Nach den Ausführungen des Vortragenden ändern sich die flüchtigen Bestandteile in ein und demselben Flöz sehr rasch, in Flöz Glücksburg stehen Fett-, Eß-, Magerkohle und Anthrazit an. Der Dienst am Kohlenverbraucher, ferner die technischen Planungen und Maßnahmen verlangen Klarheit über das Verhalten der Flüchtigen, damit man in der Lage ist, auch für noch unerschlossene Feldesteile und Flözflächen die flüchtigen Bestandteile anzugeben. Über das Verhalten der Flüchtigen nach der Teufe gibt die Bohrung Ibbenbüren IV Aufschluß. Bis etwa 500 m Teufe beträgt die Abnahme auf 100 m Teufe etwa 2,2%, im mittleren Teil etwa 1,2% und im Tiefsten der Bohrung etwa 0,5%. Ungewöhnlich ist lediglich der Verlauf der Flüchtigenkurve bis etwa 500 m Teufe. Der Vortragende nimmt einen Oxydationsprozeß an, wobei durch Aufnahme von Sauerstoff ein geringerer Inkohlungsgrad vorgetäuscht wird. Auch in der Bohrung Senden ändern sich die Flüchtigen im obersten Teil des Karbons ähnlich rasch wie in der Bohrung Ibbenbüren IV, wie an einem Diagramm, in dem das Verhalten der Flüchtigen in den Bohrungen Pie Rough, Senden und Ibbenbüren IV dargestellt war, gezeigt wurde. Der Gesamtverlauf der Flüchtigenkurve der letztgenannten Bohrung paßt sich der Normalkurve der Flüchtigen gut an. Von einer geringen geothermischen Tiefenstufe, die durch das Bramscher Massiv zu erklären wäre, ist nichts zu merken. Das Verhalten der Flüchtigen in den beiden auf großen Flächen aufgeschlossenen Flözen Glücksburg und Flöz Flottwell-Buchholz erläuterte der Vortragende an Isovolenplänen. Im allgemeinen nehmen die Flüchtigen in nördlicher Richtung, im Südwesten der Scholle jedoch in westlicher Richtung ab. In den westlichen Feldesteilen müßten die Flüchtigen in nordöstlicher Richtung abnehmen, wenn in dem Bramscher Massiv die Ursache für den geringen Abstand der Isovolen zu suchen wäre. Aus dem Verlauf der Isovolen schließt der Vortragende, daß während der Inkohlung die Aufpressung des Ibbenbürener Karbons schon im Gange war. Nach dieser Ansicht müßte im Ostfeld das Schichtenfallen während der Inkohlung etwa 12-16° betragen haben. Dies hält der Vortragende für möglich, obwohl die Schichten daselbst jetzt im Mittel nur rund 5° einfallen.