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HANS CLOOS 

Arkell, W. J.

Kurzfassung

Die Verleihung der LEOPOLD VON BUCH-Plakette an Herrn W. J. ARKELL, Cambridge, wurde zur Freude der Versammlung persönlich vorgenommen, da Herr ARKELL der Einladung zur Teilnahme an der Tagung Folge leisten konnte. Herr STILLE als Vorsitzender führte anläßlich dieser Ehrung folgendes aus: "Wir befinden uns hier im Schwabenlande am Fuße des Juragebirges, im klassischen Land jener Formation, der dieses Gebirge den Namen gegeben hat. Aber wir sind hier nur in einem klassischen Lande des Jura. Denn wir wissen sehr wohl, daß das in erster Linie klassische Land der Jura-Formation England ist - klassisch in dem Sinne, daß dort zum ersten Male die Formation, deren heutiger Name auf ein mitteleuropäisches Gebirge zurückgeht, als eine besondere Schichtenfolge und damit als ein eigenes Zeitalter der Erde erkannt und umschrieben wurde. Dort hat ja WILLIAM SMITH, der eigentliche Begründer der Biostratigraphie, schon im Anfang des vorigen Jahrhunderts für die Abgrenzung des Jurasystems der Oolith-Formation im englischen Sinne eine zuverlässige Grundlage gegeben, die dann von anderen ausgezeichneten englischen Forschern ausgebaut, aber im Kern nur wenig geändert worden ist. Daß die dort geführten Untersuchungen sich auch in Deutschland sehr weitgehend ausgewirkt haben, kommt rein äußerlich schon darin zum Ausdruck, daß englische Formationsbezeichnungen, wie Oxford, Kimmeridge, Portland und Purbeck, in die deutsche Stratigraphie übergegangen sind. Die große Epoche der deutschen Juraforschung, die somit erst etwas später als die englische eingesetzt hat, läßt man mit Recht beginnen mit einer kurzen, aber inhaltreichen Abhandlung, die LEOPOLD VON BUCH im Jahre 1839 der Preuß. Akademie der Wissenschaften vorgelegt hat. Sie brachte u. a. die - zum Teil sogar durch Leitfossilien unterbaute - Einteilung der Formation in die drei Untersysteme, den Unteren, Mittleren und Oberen oder, wie VON BUCH schon sagte, den Schwarzen, den Braunen und den Weißen Jura. Diese Arbeit BUCHS ist entscheidend geworden für die weiteren Jura-Arbeiten in Süddeutschland, und auf ihr hat schon sehr bald der große Tübinger Meister QUENSTEDT aufgebaut. Bei den Überlegungen des Vorstandes unserer Gesellschaft über die diesjährige Verleihung der LEOPOLD VON BUCH-Plakette hat der Gedanke obgewaltet, daß wir dem genius loci der diesjährigen Tagung Rechnung tragen und einen hervorragenden Erforscher der Jura-Formation bedenken wollten. Damit mußte sich unser Blick auf Herrn ARKELL lenken. Wir deutschen Geologen freuen uns, den großen Juraforscher Englands hier in Tübingen, im klassischen Raum der deutschen Juraforschung, begrüßen zu können. Mit vielen schönen Arbeiten stratigraphischen und paläontologischen Inhaltes haben Sie, Herr ARKELL, die Kenntnis der Juraformation zunächst in England bereichert. Sie haben aber mit Ihren Forschungen dann weit über den Raum Ihrer Heimatinsel hinausgegriffen. Ganz umfassend sind die Probleme, die Sie zur Zeit beschäftigen und die ihren Niederschlag in einer schon weitgehend fertiggestellten Behandlung der Geologie des Jura der ganzen Welt finden sollen. So freuen wir uns, Sie als einen Meister der Juraforschung bei uns zu sehen und Ihnen als Zeichen unserer hohen Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit die LEOPOLD VON BUCH-Plakette überreichen zu können. Vielleicht mag es für Sie eine besondere Freude sein, daß diese Plakette den Namen eines Mannes trägt, der als der erste große Erforscher des Jura in Deutschland gilt." Herr ARKELL dankt dem Vorsitzenden und damit der Deutschen Geologischen Gesellschaft für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Er bringt weiterhin seine Freude über die enge Zusammenarbeit mit deutschen Forschem zum Ausdruck.