Original paper

Aus dem Roteisenstein-Bergbau an Lahn und Dill (Ergebnisse und Erfahrungen bei Untersuchungsarbeiten seit 1930)

Lippert, H. J.

Kurzfassung

Bergmännische Arbeiten und - in letzten Jahren in steigendem Maße auch Craelius-Kernbohrungen (rund 150 000 m), die nach früher gewonnenen geologischen Erkenntnissen angesetzt wurden, ermöglichten es, die Rohstoffbasis des Roteisensteinreviers an Lahn und Dill bei steigender Förderung zu erhalten. Eine Rückschau auf das bisher Geleistete erscheint notwendig, um die wissenschaftlichen Ergebnisse auszuwerten und daraus wieder Angriffspunkte zu darauf fußenden weiteren Untersuchungen zu bekommen. Die dabei gewonnenen Hinweise zur Methodik derartiger Untersuchungsarbeiten dürften ebenfalls für Wissenschaft und Praxis gleichermaßen wertvoll sein. Außerdem soll dieser Zwischenbericht als Ausblick dienen auf künftige Aufgaben für Wissenschaft, Wirtschaft und staatliche Stellen beim Bestreben, die Rohstoffgrundlage für den Lahn-Dill-Bergbau nicht nur zu halten, sondern, wo möglich, zu vergrößern. Von den wissenschaftlichen Erkenntnissen sei festgehalten, daß sich die von KEGEL, AHLBURG, MICHELS u. a. vertretene These der Roteisensteinbildung durch exhalativ-sedimentäre Vorgänge an der Wende Mittel/Oberdevon in zahlreichen Beobachtungen erneut bestätigen ließ. - Übergänge von schichtigem, mit Tuffbänken wechselndem Erz zu massigem Erz; Spalten im Erzkörper - nachträglich von erzfreiem Tuff der Adorf-Stufe aus dem Hangenden ausgefüllt - und Erzlinsen und Tuffbecken mit schwacher, begrenzter Rotfärbung unter dem Erzkörper, nicht dagegen darüber oder seitlich von ihm, schließen den Gedanken an eine ausgedehnte, weitgehend schichtgebundene Infiltration jüngerer Erzlösungen in schon bestehende, wesentlich ältere Tuff- und Schieferbänke aus.