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Die Staufen-Höllengebirgs-Decke (Eine kritische Betrachtung)

Thurner, Andreas

Kurzfassung

Die Staufen-Höllengebirgs-Decke hat durch SPENGLER (1928) eine klare Umgrenzung erhalten und viel Anklang gefunden, doch bei genauerer Betrachtung, besonders im Raume östlich von Salzburg, ergeben sich eine Reihe von Bedenken, die einer Klärung bedürfen. Nach SPENGLER (1928) löst sich die Staufen-Höllengebirgs-Decke in der Unnutz-Pendling-Antiklinale von der Lechtalerdecke los. Östlich des Inns ist die Deckengrenze von Ebbs gegen NE über Kössen, Wettersteinkalkzug Kössen-Hochscharten-Kienberg, Nordabfall des Wettersteinkalkes vom Rauschberg bis zum Nordabfall des Staufen deutlich in Form einer steil stehenden Anpressungs- bis Überschiebungsfläche zu erkennen. Östlich Salzburg grenzt die Staufen-Höllengebirgs-Decke bis zum Schober-Drachenwand-Zug direkt an den Flysch. Die Grenze zieht vom Nordabfall der Drachenwand, wo darunter die Langbathscholle erscheint, in die Nordabfälle des Schafberges und des Höllengebirges, wo wieder die Langbathscholle überschoben wird. Östlich vom Traunsee verläuft der Nordrand vom Nordabfall des Traunsteines längs des Flyschrandes bis zum Almtal, dann weiter über Windfangkogel Nord, Stoßberg, Nordabfall der Kremsmauer und des Sengsengebirges bis zum Krestenberg, wo die zur Höllengebirgs-Staufen-Schubmasse gehörigen Wettersteinkalke untersinken. Unnutz-Pendling und Krestenberg sind sicher sehr ähnlich gebaut, sie gelten als die "Aufhängungspunkte" des tirolischen Vorstoßes (SPENGLER, 1928; HAHN, 1913). Im Süden reicht die Höllengebirgs-Staufen-Decke zwischen Inn und Lammertal bis zum Südrand der Kalkalpen, wobei die Werfener Schichten als "Martiner Schuppenland" ausgeschieden werden. Ebenso wird das Kaisergebirge durch deutliche Störungen von der Nachbarschaft abgetrennt. Das Dachsteingebirge und das Gamsfeld faßt SPENGLER als Gamsfeld-Decke auf und durch die Störung Redtenbachtal-Ofensee-Kasberg-Steyerling scheidet er die Totengebirgsdecke aus, die jedoch nur ein teilweise abgetrenntes Stück der Staufen-Höllengebirgs-Decke darstellt. Abb. 1 zeigt die Verbreitung der Staufen-Höllengebirgs-Decke nach SPENGLER (1943).