Original paper

Über den Bau der Lechtaler Alpen

Richter, Max; Schönenberg, R.

Kurzfassung

O. AMPFERER hat zum erstenmal 1911 über der Lechtaldecke eine höhere tektonische Einheit, die Inntaldecke, als freischwebende tektonische Einheit bekannt gemacht und in späteren zahlreichen Veröffentlichungen den Bau der Lechtaler Alpen dargestellt. Über der Inntaldecke nahm er noch eine höhere Decke an, die Krabachjochdecke, deren bescheidene Reste als letzte der Abtragung entgangene Klippen östlich von Zürs, am Hinterseejöchl und am Laagers bei Imst angenommen wurden. Der Ansicht von AMPFERER war dann einer von uns, RICHTER 1929, gefolgt und hatte den Bestand der Inntaldecke noch um die Freispitzmulde und das Gebiet der Wetterspitze - Vorderseespitze bis zum Kaisertal - erweitert, und AMPFERER hatte sich dieser Deutung angeschlossen. 1937 freilich wurde das Vorhandensein der Krabachjochdecke am Laagers bezweifelt (RICHTER 1937) und C. W. KOCKEL 1954 hat die Richtigkeit dieser Zweifel durch neue Untersuchungen bestätigt. K. BEURLEN 1944 und E. KRAUS 1949 nahmen dann gegen die Inntaldecke als freischwimmende Deckeneinheit mit guten Gründen Stellung, so daß E. SPENGLER 1951 eine neue Deutung versuchte, die aber den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht werden konnte, da sie nur auf der geologischen Karte 1:25 000 der Lechtaler Alpen von AMPFERER (1932) basierte. Leider reicht diese Karte für tektonische Deutungen nicht aus. Wir legen daher im folgenden die Ergebnisse unserer Untersuchungen vor, der Deutschen Forschungsgemeinschaft möchten wir an dieser Stelle für ihre Unterstützung danken.