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Zur Kenntnis des Interglazials von Quakenbrück und seiner weiteren Verbreitung im Kreis Bersenbrück und Südoldenburg

Hartung, Wolfgang

Kurzfassung

1. Einleitung Im allgemeinen wird bei Untersuchungs- und Aufschlußbohrungen auf Erdöl den quartären Deckschichten keine nähere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Schichten werden so rasch durchteuft, die Proben in so großen Abständen genommen, daß sich kein genaues Bild über den Aufbau des Pleistozäns und Holozäns ergibt, ja in vielen Fällen sich schon die Grenze Pleistozän/Tertiär nicht einwandfrei festlegen läßt. Die Arbeit des Geologen setzt erst ein, wenn zumindest tertiäre Schichten erreicht sind. Um so erfreulicher ist es, daß durch Bohrungen der Deutschen Vacuum Öl AG. in Konsortium mit der Gewerkschaft Brigitta im Gebiet von Quakenbrück dafür ein Beispiel geschaffen worden ist, daß auch aus Untersuchungsbohrungen, die eigentlich nur den tieferen Schichten gelten, für die Kenntnis des Pleistozäns Nutzen gezogen werden kann. Es ist das dem Feldgeologen der Deutschen Vacuum Öl AG., Dr. HERMANN SCHETTLER, zu danken und dem Interesse, das die Geologische Abteilung der Deutschen Vacuum Öl AG. in Celle unter Dr. HEERMANN und Dr. FORCHE  an den Untersuchungen genommen hat. Herr SCHETTLER hat bei den Bohrarbeiten im Gebiet von Quakenbrück, Dinklage und Holdorf die Methoden der eingehenden Probenentnahme und Bearbeitung, die bei den tieferen Schichten angewendet wird, auch auf die quartären Deckschichten ausgedehnt. Das Material ist mir freundlicherweise zur Auswertung übergeben worden; der Deutschen Vacuum Öl AG. und der Gewerkschaft Brigitta ist für die Genehmigung der Veröffentlichung zu danken. Mit einem neuen Bohrprogramm ging man 1948 an die Untersuchung einer Schichtenaufwölbung im Südosten des Quakenbrücker Sattels. Im Gebiet zwischen Badbergen, Dinklage und Holdorf wurde eine große Zahl von Schurfbohrungen im "Counter-Flush-Verfahren" zum Abtasten der Wealdenoberfläche niedergebracht (in der Profiltafel die Bohrungen C.F. 1 bis 23 und C.F. 1-Holdorf, C.F. 2-Holdorf).