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Zur Paläogeographie des Oberen Jura in Mittel-Portugal (Die Konglomerate der Abadia-Schichten)

Mempel, Gerhard

Kurzfassung

I. Einleitung Im Oberen Jura Mittelportugals, der normalerweise aus Kalken oder Sandsteinen und Mergeln besteht, finden sich an einigen Stellen grobkörnige mächtige Konglomerate mit kristallinen Geröllen. Die Herkunft dieses Geröllmaterials mitten in einem großen Sedimentbecken erschien einigermaßen rätselhaft und einer näheren Untersuchung wert. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen, die in den Jahren 1951-1953 bei der Kartierung dieser Gebiete im Auftrage der Companhia dos Petróleos de Portugal durchgeführt wurden, bringt die vorliegende Arbeit. Den Herren Direktor A. NORDSTRÖM, Prof. Dr. K. KREJCI-GRAF, Dr. W. SCHOTT, Dr. K. STAESCHE und Dr. G. OERTEL ist der Verfasser für wertvolle Hinweise und anregende Diskussionen, der Direcçao Geral de Minas e Serviços Geológicos und der Companhia dos Petróleos de Portugal für die Genehmigung zur Veröffentlichung herzlich dankbar. II. Geologischer Überblick Die Iberische Halbinsel wird von Nordwesten nach Südosten von einem aus Kristallin und Altpaläozoikum aufgebauten, variskisch gefalteten Massiv durchzogen, der Iberischen Meseta. Nach Osten senkt sich dieses Massiv ab zu dem breiten Keltiberischen Trog, der das Gebiet Spaniens umfaßt. Westlich der Meseta erstreckt sich der Lusitanische Trog, in dessen Bereich der westliche Teil Portugals liegt. Die Westgrenze des Troges ist im Atlantik zu suchen. Der Boden dieses Lusitanischen Troges wird vermutlich von Kristallin und Altpaläozoikum gebildet, seine Füllung von Mesozoikum und Tertiär. Wieweit Perm und Buntsandstein im Beckeninneren entwickelt sind, ist nicht bekannt. Muschelkalk fehlt sicher. Als ältestes Sediment der Beckenfüllung ist bisher Keuper nachgewiesen, und zwar in der Form einer mächtigen roten tonigen Serie mit Salz und Gips. Darüber folgen Lias, Dogger und Malm in marin-epikontinentaler Entwicklung, sodann Kreide und Tertiär. Der Trog ist jungkimmerisch und alttertiär gefaltet, wodurch lange Antiklinalzüge entstanden sind, die von Keupersalz-Diapiren durchbrochen werden. Ein Teil dieser Diapire scheint bereits im Dogger angelegt worden zu sein, auf andere transgrediert der Untere Malm, andere wieder sind erst zu Beginn der Unteren Kreide nachweisbar.