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5 Jahre Quell- und Grundwasserbeobachtungen in der Frankenberger Bucht

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Die Untersuchungen begannen zur Klärung telefonischer Fragen im Buntsandstein wie in Auslaugungsgebieten. Quellen geben als überströmendes Grundwasser Auskunft über geologische Verhältnisse, chemische Merkmale lassen Grundwasserbereiche erkennen. Massenuntersuchungen verlangen Beschränkung auf leicht erfaßbare und jeweils typische Eigenschaften. In der Frankenberger Bucht beschränkten sich die monatlichen Bestimmungen auf Schüttung, Temperatur, bleibende und vorübergehende Härte und Rosolsäurereaktion. Regelmäßig wurden etwa 40, in unregelmäßigen Zeiträumen 100 Quellen und Brunnen untersucht. Die monatlichen Überprüfungen dienten zur Ermittlung, wie weit insbesonders Härtewerte schwanken können und zu welcher Jahreszeit mit Extremen gerechnet werden kann, insbesonders auch wie geologische Verhältnisse sich hier bemerkbar machen neben den Schwankungen der Niederschlagsmenge, welche Einzugsbereiche verändern können. Einheitliche, gesteinsbedingte Grundwasserbereiche werden durch auf Störungslinien (Kluftzonen) wandernde Wässer unterbrochen, die sehr kräftige Quellen speisen können. Eine kartenmäßige Darstellung der Härte wurde 1949 für die Kreisbeschreibung erstellt. Kleinraumuntersuchungen ließen bei Neu-Ludwigsdorf erkennen, daß das Wasser schräg zum Hang den Klüften folgt, daß bei Lehnhausen ein auf einer Kluftzone fließendes Wasser allmählich durch Zutritt von weichem Buntsandsteinwasser an Härte verliert, und wie bei der Molkerei Frankenberg Kluftwasser der Wolkersdorfer Störung mit besonders hartem Wasser des Hauberner Gips-Letten-Bereiches zusammentrifft. Von weiteren Beispielen muß Schreufa genannt werden: Hier verdrängt aus Spalten zusetzendes hartes Zechsteinwasser das weiche Schiefergebirgswasser aus den Kiesen des Talalluviums der Nuhne. Die Untersuchungen zeigen, daß schon einmalige Überprüfung unter Beachtung jahreszeitlicher Verhältnisse einen guten Überblick über Grundwasserbereiche gibt und helfen kann, örtliche Wasserverhältnisse zu klären. Eine kritische Erörterung der beobachteten Härteänderungen in Verbindung mit geologischen Verhältnissen, Schüttung, Niederschlägen und Jahreszeit mußte zunächst zurückgestellt werden.