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Die Bodenschätze des Lahn-Dill-Gebietes und ihre Bedeutung für die heimische Industrie

Teike, M.

Kurzfassung

Nach einem kurzen Überblick über die geologische Geschichte des Lahn-Dill-Gebietes wurden die einzelnen volkswirtschaftlich wichtigen Erze und Mineralien nach ihrer Entstehung, Verwendung und Produktionsmenge behandelt. Die Eisenerze, über deren Genese und Vorkommen in den letzten Jahren schon verschiedene Vorträge, z. B. von LIPPERT, SCHEIBE, GÖTZ, DENKEWITZ u. a. gehalten worden sind, wurden zugunsten der sonst weniger in den Vordergrund gestellten übrigen mineralischen Bodenschätze nur kurz besprochen. Eine dem etwa entsprechende Zusammenstellung findet sich im anläßlich des Internationalen Geologenkongresses in Algier herausgegebenen Symposium sur le Fer: Die Eisenerzlagerstätten Deutschlands, VII. Die Eisenerze Hessens, S. 13 ff. Durch intensive Untersuchungs- und Aufschlußarbeiten geophysikalischer und bergmännischer Art sowie durch Bohrungen konnten die als sicher, wahrscheinlich und möglich anzusehenden Vorräte in der letzten Zeit auf 29 Millionen Tonnen erhöht werden, wodurch die Lebensdauer des Gesamtreviers auf rund 50 Jahre gesichert ist. Diese Arbeiten der großen Grubenverwaltungen wurden wesentlich gefördert durch erhebliche Zuschüsse des Landes Hessen (etwa 2 Millionen DM) und des Bundes (etwa 800 000 DM). Die Gesamtförderung stieg von 250 000 t im Jahre 1946 auf 1 Million t im Jahre 1952. Infolge des Auftretens der Lagerstätte in meist mehr oder weniger eng begrenzten Räumen kann der Abbau nur in einer größeren Anzahl kleinerer bis mittlerer Einzelbetriebe von 300-5000 t Monatsförderung geschehen. Das Eisenerz, welches in Wetzlar und Oberscheld verhüttet wird, ergibt ein Gießereiroheisen, das besonders für dünnwandigen Guß geeignet ist. Ein geringer Teil der Eisenerzförderung wird als Tempererz abgesetzt. Besonders weiche Erzsorten finden als Farberze Verwendung. Die Buntmetallerze, die gangförmig als Blei-, Zink- und Kupfererzlagerstätten auftreten und früher die Grundlage für einen lebhaften Bergbau boten, sind weitgehend abgebaut und im allgemeinen ohne Interesse. Gelegentlich der Koreakonjunktur auf dem Weltmarkt wurden einige davon, so z. B. "Freudenzeche" bei Steinbach (Dillkreis), "Hirschhohl" bei Oberndorf (Dillkreis) und "Boxbach" bei Wiesenbach (Kreis Biedenkopf) wieder in Angriff genommen. "Hirschhohl" ist inzwischen wegen Unergiebigkeit wieder stillgelegt worden, "Freudenzeche" hat vorübergehend aus Nachlesebergbau eine bescheidene Produktion erreicht, während "Boxbach" noch im Wiederaufschluß steht.