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Das Alter der Erzvorkommen des Hüggelgebietes im Verhältnis zur Tektonik

Lotze, Fr.

Kurzfassung

Die Erzvorkommen des Hüggelgebietes und überhaupt diejenigen des nordwestlichen Osnings (Schafberg bei Ibbenbüren und Piesberg) sind geknüpft an anormal hohe Aufbrüche des Untergrunds, die sich durch ihre Begleittektonik als tektonische Beulen charakterisieren. Zugleich zeichnet sich das Gebiet durch besonders starke Inkohlung und häufigeres Auftreten von Kohlensäure aus. Die räumliche Verknüpfung legt einen ursächlichen Zusammenhang nahe. Er wird darin gesehen, daß subvulkanische, magmatische Vorgänge sowohl die Besonderheiten der Beulentektonik wie auch die Inkohlung und die Vererzungen bedingten. Nach dem Ergebnis einer neuen Bohrung im Silberberg-Gebiet sind die dortigen Bleierzvorkommen jünger als die flache Aufschiebung des Silberberg-Zechsteins auf Jura, d. h. jünger als die Überschiebungstektonik des Osnings. Für diese ist ein frühlaramisches Alter am wahrscheinlichsten, wenn in der weiteren Umgebung auch Hinweise auf subhercyne Bodenbewegungen vorhanden sind. Auf der anderen Seite ist die Heraushebung der "Horstbeulen" im wesentlichen bereits vor dem Oligozän von Astrup erfolgt; da sie anderseits jünger als die Überschiebungstektonik sind, könnten sie spätlaramisch oder pyrenäisch sein. Etwa in diese Zeit müßten dann auch die subvulkanischen Vorgänge und damit Erzförderung und Inkohlung entfallen. Hinweise auf vulkanische Erscheinungen in dieser Zeitspanne sind in weiterer Entfernung die Tuffe der oberpaleozänen Molerformation Dänemarks sowie die mitteleozänen subvulkanischen Erscheinungen in Nordengland-Schottland.