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Der Ablauf der Inkohlung nach dem verschiedenen Verhalten der Reinglanzkohle und der Mattkohlen

Patteisky, Karl

Kurzfassung

Zunächst wurde die verschiedene Art der Veränderungen bei der "Reinglanzkohle" (= Vitrit) und den Mattkohlen (Durit, Kennel-, Boghead-Kohlen) besprochen. Das als Clarit bezeichnete Gemisch ist von den für die Untersuchungen bestimmten Vitrit-Proben abzuhalten. Die Darstellung des Inkohlungsablaufs im RALSTONschen Dreistoffdiagramm für C + H + O = 100% sowie einer Beifügung der flüchtigen Stoffe gibt kein klares Bild, weil in ihm die Vitrit- sowie Mattkohlen-Punkte der Kohlen eines Flözes auf verschiedenen Koordinaten liegen. Deshalb wurden die Untersuchungen in zweiachsigen Diagrammen vorgenommen, bei welchen auf der waagrechten Achse stets der Inkohlungsgrad steht, welcher durch die flüchtigen Stoffe aus dem wasser- und aschefreien (= waf.) Vitrit bestimmt wird - gemäß der mit DIN 19 000/8,03 erfolgten Normung. Die Gehalte an hygroskopischem Wasser liegen beim Vitrit stets etwas höher als bei den Mattkohlen. Sie sinken von den Flamm- bis Gaskohlen steil, weiterhin parabolisch ab bis etwa zu der bei 18% flüchtigen Stoffen festgelegten Grenze zwischen der Fett- und Eßkohle. Dann steigen sie gegen die Mager- und Anthrazit-Kohlen hin wieder an. Die flüchtigen Stoffe der zum Vitrit gehörigen Mattkohlen können im Bereich der gering inkohlten Kohlen bis etwa zu einer Gaskohle mit 29,5% flüchtigen Stoffen weit höhere Anteile an flüchtigen Stoffen geben. Die Unterschiede schwanken, weil ihre Zusammensetzung sehr verschieden ist. Man kann deshalb für die flüchtigen Stoffe der Mattkohlen keine Durchschnittswerte, sondern nur Höchst- und Niedrigstwerte nennen; sie können bei den schwach inkohlten Kohlen die flüchtigen Stoffe aus dem Vitrit bis zu 12%, gelegentlich auch noch mehr überschreiten (Abb. 1, rechts). Hingegen liegen die flüchtigen Stoffe der Mattkohlen im Bereich unterhalb der bei etwa 29,5% zu ziehenden Grenze bis um 8% tiefer als beim Vitrit. Dieses Verhalten erklärt sich durch die zwischen 31 und 28% flüchtigen Stoffen aus dem waf. Vitrit vor sich gehende plötzliche Umbildung der Sporen und anderer Bitumenkörper. Diese Veränderungen betreffen nur den Exinit, nicht aber die Grundmasse bildenden Gefügeteile der Steinkohlen, welche keine sprunghaft vor sich gehende Veränderungen erfahren.