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Die Flora der unteren Eßkohlenpartie

Leggewie, W.

Kurzfassung

In den letzten Jahren habe ich eine größere Sammlung Carbonpflanzen aus dem Abschnitt der unteren Eßkohle zusammengetragen und der Geologischen Gesellschaft in Essen zur Besichtigung ausgestellt. Es handelt sich hier um Pflanzenreste aus dem Flözpacken Mausegatt-Finefrau, dem untersten Teil des Westfälisch A unserer Carbongliederung. Unterlagert wird dieses Schichtenpaket von der Magerkohle. Oberhalb liegen mit Eintritt des marinen Horizontes von Flöz Finefrau-Nebenbank die Schichten der oberen Eßkohle. Zwei Transgressionen des Carbonmeeres grenzen also diesen Zeitabschnitt ab, der mit 3-5 Mill. Jahren eine Zeit repräsentiert, in der die Carbonpflanzen eine vielseitige Entwicklung erfuhren. Die Flora der unteren Eßkohle ist zum größten Teil schon aus der Magerkohle bekannt, ich nenne ihn den alten Bestand. Hinzu treten nun neue Pflanzen, neue Arten und Formen, die der Flora dieses Zeitabschnittes eine besondere Färbung geben. Dies ist der neue Bestand. An Hand von Fotografien wurde die Flora der unteren Eßkohle vorgeführt, aus Mangel an Zeit aber nur die wichtigsten und interessantesten Funde ausführlicher berücksichtigt. Am Ende des Vortrages wurde die überaus reiche Sammlung besichtigt. Diese gliederte sich wie folgt: I. Pteridospermen (Farnsamer), II. Pteridophyten, a) Farne, b) Calamarien, c) Lepidophyten mit den Gattungen: Lepidodendron, Lepidophloios, Sigillaria, Bothrodendron, Pinacodendron. Pteridospermen 1. Mariopteris acuta BGT. Diese farnartige Pflanze hat eine lange Entwicklungszeit hinter sich. Sie tritt zuerst im unteren Flözleeren des Bergischen Landes bei Haspe-Heubing, Arnsberg usw. auf. Sie ist aus dem oberen Flözleeren von Vorhalle bekanntgeworden. Sie kommt innerhalb der Magerkohle häufig vor und ist sehr oft in der ganzen Eßkohle anzutreffen. In der Fettkohle wird sie selten und ist oberhalb des Catharina-Horizontes nicht mehr zu finden. Im Habitus ist sie recht verschieden. Es wurden verschiedene Formen gezeigt: f. typica; f. grandis; f. obtusa. 2. Neuropteris schlehani STUR Im oberen Flözleeren von Vorhalle tritt Neuropteris schlehani STUR mit Neuropteris obliqua BGT. und Neuropteris gigantea STERNBG. zuerst auf. In der Magerkohle sind diese 3 Neuropteriden noch häufig zu finden. Aber in der Eßkohlenpartie ist Neuropteris schlehani STUR meist nur allein noch recht häufig. Mehrere gute Stücke dieser Art konnten in der Sammlung gezeigt werden, dazu ein gut erhaltener Trigonocarpus.