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Über die Faunenwende vom Paläozoikum zum Mesozoikum

Schindewolf, Otto H.

Kurzfassung

VI. Zusammenfassung Eine Neuuntersuchung des Perm/Trias-Profils von Chhidru (Salt Range), der Typuslokalität der oberpermischen Chhidru-Stufe, lieferte die Unterlagen für eine Erörterung der Faunen-Entwicklung um die Wende vom Paläozoikum zum Mesozoikum. Die Ärengrenze zeichnet sich mit außerordentlicher Schärfe ab. Sämtliche oberpermischen Arten und alle die für das Jungpaläozoikum bzw. das Perm bezeichnenden Gattungen erlöschen an bzw. kurz vor der Perm-Grenze; an ihre Stelle tritt in der Untertrias schlagartig eine völlig abgewandelte Faunen-Gemeinschaft. Dennoch muß angenommen werden, daß eine nennenswerte Zeit- oder Sedimentationslücke im Profil nicht vorliegt. Zwischen den oberpermischen Cyclolobus-Schichten und der untertriadischen Gyronites-Stufe wurde eine Ophiceras-Fauna nachgewiesen, welche die bisher aus der Salt Range nicht bekannte Otoceras-Stufe belegt. Ein ähnlich abrupter Faunensprung wie hier an der Oberkante des Paläozoikums findet sich an seiner Unterkante, an der Grenze von Proterozoikum und Kambrium. Auch hier liegt offensichtlich ein natürlicher Einschnitt der Faunen-Entwicklung vor und nicht etwa eine durch geologische Ereignisse gezogene Zufallsgrenze. Nennenswerte Faunen mit erhaltungsfähigen Hartteilen dürften vor dem Kambrium noch nicht gelebt haben. Tellurische Ursachen scheinen dem Verf. für die großen Faunenwenden der Erdgeschichte nicht in Betracht zu kommen; er denkt daher an kosmische Einwirkungen, vor allem an episodische Steigerungen der kosmischen Höhenstrahlung. Ein paläontologischer Anhang bringt eine Erörterung der Gattung Xenodiscus (mit Einschluß von Xenaspis), eine Beschreibung der neuen Arten Xenodiscus strigatus und Ophiceras connectens (Ammonoidea) sowie die Definition einer neuen Nautiloideen-Gattung Virgaloceras mit dem Genotyp des bisher mißdeuteten Gastrioceras? noduliferum REED.