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Alpine Salz-Sporendiagnose

Klaus, Wilhelm

Kurzfassung

Die ersten sporendiagnostischen Untersuchungen im Salzgebirge gehen auf H. LÜCK (1913) zurück. Er berichtet über geflügelte Mikrosporen aus den Salztonen des älteren Salzgebirges aus dem Berlepsch-Schacht bei Staßfurt und anderen Lokalitäten. Nach einer gelegentlichen Untersuchung von A. REISSINGER (1938) hat F. KIRCHHEIMER (1950) in einer umfangreicheren Arbeit mit dem Gehalt meist pflanzlicher Mikrofossilien aus tertiären Salzgesteinen vertraut gemacht. Für das alpine Salzgebirge ist es das Verdienst von W. PETRASCHECK (1947), über das Vorkommen von Mikrosporen im Lösungsrückstand des Haselgebirges als erster berichtet zu haben. Ermutigt durch die Erfolge der Sporenstratigraphie R. POTONIÉ's und seiner Schule hat Verfasser seit 1950 laufend sporendiagnostische Untersuchungen des alpinen Salzgebirges sowie an Begleitschichten durchgeführt. Entsprechend den zu lösenden Problemen ist es das Ziel der Untersuchungen, einzelne Gebirgsarten sporendiagnostisch zu charakterisieren, auf die Altersfrage des Salzgebirges und der Begleitschichten einzugehen sowie Anhaltspunkte für die weitere Klärung der Genesis der salinären Sedimente zu gewinnen. Die alpinen Salzlagerstätten erstrecken sich von Hall in Tirol bis Bad Aussee und sind an eine schmale Zone, die Hallstätter Fazies, gebunden. Sie sind nach W. E. und W. PETRASCHECK (1950) in die skythische Stufe der alpinen Trias zu stellen. L. KOBER (1929) glaubt an ein permisches Alter, gestützt durch die Verhältnisse im Hallstätter Salzberg. W. MEDWENITSCH (1949) deutet gewisse Schichten der Salzlager als Äquivalente der Bellerophon-Schichten der Südalpen.