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Die geologischen Grundlagen der Wasserversorgung des Triasgebietes und Albvorlandes von Nordost-Württemberg

Carlé, W.

Kurzfassung

Vom Nordrand der Schwäbischen Alb bis zur Tauber, im Osten durch die Landesgrenze, im Westen durch die Linie Aalen-Öhringen begrenzt, liegt ein Wassermangelgebiet erster Ordnung. In weiten Bereichen ist zu wenig Grundwasser, in anderen unbrauchbares Grundwasser verfügbar, zudem fehlten seither in großem Umfang leistungsfähige zentrale Versorgungsanlagen. Die Verteilung der einzelnen Gesteinsausstriche und damit der verschiedenen Grundwasserlandschaften ist ein Ergebnis der telefonischen Verbiegung der triadischen und Jurassischen Gesteinstafeln. Beherrschend ist der Fränkische Schild, dessen Muschelkalksockel breit nach Süden in die ihn halbkreisförmig rahmenden Keuperschichten hineingreift. Der Schild zeigt geologisch und hydrogeologisch alle Merkmale des Karstes; in hygienischer Hinsicht außerordentlich bedenklich sind vor allem die zahlreichen Bach- und Abwasserversickerungen in Erdfällen. Überwiegend spendet er Hydrogenkarbonat-Wässer; wo der Mittlere Muschelkalk in Tälern angeschnitten ist, treten häufig Sulfat-Wässer aus, während Chlorid-Wässer sehr viel seltener sind. Letztere können auch aus dem in einigen speziellen tektonischen Hochgebieten auftauchenden Oberen Buntsandstein stammen. Der den Fränkischen Schild ummantelnde, ebenfalls stark verkarstete Gipskeuper führt fast ausschließlich hochkonzentrierte Sulfat-Wässer. Wo breite Ausstriche des Sandsteinkeupers (vorwiegend Stubensandstein) Niederschläge aufnehmen können, entspringen in den Tälern des Waldlandes viele mittelstarke Quellen; hier können in günstigen Lagen auch beachtliche Grundwassermengen erschlossen werden. Es sind wenig konzentrierte Hydrogenkarbonat-Wässer von durchschnittlich 14° d. H.; in einigen Fällen erschloß man Natrium-Hydrogenkarbonat-Wässer, kenntlich an sehr niedriger Gesamthärte (4-8° d. H.), aber beträchtlichem Verdampfungsrückstand (600-800 mg/l).