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Eine ältestpleistozäne Fauna von der Erpfinger Bärenhöhle

Lehmann, U.

Kurzfassung

Aus den Funden in der Erpfinger Bärenhöhle wird eine Fauna von 19 Arten, davon 16 Säugetieren, bekanntgemacht, die in basalen Bohnerzen der Höhle gefunden wurde. Die Bohnerze mit der Fauna wurden zur Zeit der Höhlenentstehung durch einen Höhlenbach eingeschwemmt; damals lag der Karstwasserspiegel dort 70 m höher als heute. Seit jener Zeit sind außerordentlich intensive Landschaftsveränderungen vor sich gegangen. Das Alter der Fauna ist jüngeres Villafranchiano (etwa 1 Million Jahre); sie ist die erste dieses Alters aus Deutschland. Durch die Auffindung dieser sicher datierten Fauna in einem Sediment, dessen relative Stellung im Erosionszyklus der Alb festliegt, bietet sich die Möglichkeit, den unerwartet hohen Anteil der pleistozänen Erosion an der Formung des heutigen Landschaftsbildes zu bestimmen. (Ausführliche Darstellung: Neues Jb. Geol. Paläontol., Mh. 1953, 10, S. 437-464.)