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Exkursion in die östliche Schwäbische Alb am 14. und 15. September 1953

Aldinger, H.; Seibold, E.

Kurzfassung

14. September: Tübingen-Nürtingen-Kirchheim-Neidlinger Steige (Querschnitt durch eine Schwammkuppel des Malm delta) - Hausen/Fils (Bergstürze, Profil durch unteren und mittleren Malm) - Altenstadt (oolithisches Eisenerz des Dogger beta, Abbau) - Geislingen (Tektonik des Filstals) - Roggental (Malm gamma mit Schwammrasen, Malm delta-Lochfels, subeumela-Zone) - Böhmenkirch (Mittagessen) - Steinheimer Becken (Tektonik, Stratigraphie des limnischen Obermiozäns) - Heidenheim a. Br. - Mergelstetten (Zementmergel des Malm zeta) - Heidenheim (Übernachtung). 15. September: Heidenheim - Schnaitheim (Brenztal-Oolith, Doline, Ulmensis-Kalke) - Königsbronn (Brenztopf, Karstquelle aus Malm delta) - Unterkochen (schwäbisches Lineament) - Aalen (Mittagessen) - Essingen (Malm alpha/beta, Zerrsprünge am Osterbuchstollen) - Schwäb. Gmünd - Hohenstaufen (Spielburg, Bergsturz) - Göppingen - Kirchheim - Tübingen. Auf der Paßhöhe der Steige Neidlingen-Wiesensteig erschließt ein Steinbruch im Malm delta geschichtete schutterfüllte Bänke des mittleren Malm delta, die nach oben in fast schichtungslosen Massenkalk übergehen. An angewitterten Kluftflächen sind die rhythmisch angeordneten Lagen verkalkter Exemplare von Platychonia zu erkennen, die einen wesentlichen Bestandteil des Massenkalkes ausmachen. Mitten im Massenkalk liegen große, mit grünem und rotem Lehm gefüllte Hohlräume; in der Umgebung dieser Hohlräume ist der Massenkalk vielfach etwas zuckerkörnig und bräunlich oder rötlich verfärbt. Da im oberen Filstal derartige Hohlräume und rötlich gefärbter Massenkalk in einem bestimmten Niveau des Malm delta weit verbreitet sind, muß angenommen werden, daß Lochbildung und Verfärbung des Massenkalks während der Diagenese des Massenkalks, also noch zur Malm-delta-Zeit entstanden sind. Das obere Filstal folgt tektonischen Störungen, in Zusammenhang damit steht die besondere Häufung von Bergstürzen im Gebiet zwischen Wiesensteig und Geislingen a. St. Einer der ausgedehntesten Bergstürze liegt bei Hausen a. F. Die Abrißstelle dieses Bergsturzes ist die Hausener Wand, die ein fast vollständiges Profil vom mittleren Malm alpha bis in den oberen Teil des Malm delta aufschließt. Im Staufenstollen bei Altenstadt wird ein oolithisches Eisenerz des Dogger beta mit einem Eisengehalt von etwa 30% abgebaut. Ein Geröllager bildet das Dach des Flözes. Die beta-Flöze kommen in NNE gestreckten Linsen vor.