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Exkursion in die Balinger und Zollern-Alb

Hölder, H.

Kurzfassung

Fahrt von Tübingen durchs untere Steinlachtal. Talenge im Stubensandstein. Bei Dußlingen Weitung im Knollenmergel (km 5), der rutschende Wiesenhänge bildet. Am südlichen Ortsausgang von Ofterdingen das berühmte "Schneckenpflaster" der Arietenbank II mit zahlreichen Arieten, außerdem Gryphaeen, Nautilen, Plagiostomen (Thanatocoenose) im Bachbett der Steinlach. Weiterfahrt über Bad Sebastiansweiler (Schwefelquelle aus dem Lias-epsilon-Ölschiefer) am Albtrauf entlang durch Hechingen und Balingen zum Lochengründle: Zwergfauna in verschwammtem mergeligen Weißen Jura ober-alpha ("Lochenschichten"). Der nahegelegene alte Lochensteinbruch zeigt ± bankige Schwammfazies in Weißem Jura ß. Vom Lochenstein Blick auf die Stufenlandschaft zwischen Schwarzwald und Albtrauf und in die zertalte, donauwärts entwässerte Albhochfläche hinein, in welche die Erosion vom Rheinsystem her unaufhaltsam weiter vorgreift. Das Lochenhörnle (E vom Lochenstein) zeigt sich in der guterschlossenen NW-Wand als hügelförmig gebauter Schwammstotzen des einstigen Meeresgrundes zwischen der gleichzeitig abgelagerten geschichteten ß-Fazies. (Noch 1913 hat ERNST FISCHER die Schwammbauten des Lochengebiets als steile Riffe, ähnlich der heutigen jähen Felsform, gedeutet. Revision dieser Auffassung durch ROLL, 1930.) Über Thieringen (Talwasserscheide zwischen rheinischem und danubischem Flußnetz) zum Steinbruch an der Hossinger Steige: Geschichteter Weißjura mittel-ß (planula-Zone) in geneigter "Schüssel"-Lage an der Flanke eines Schwammstotzens, der hier trotz seiner tiefen stratigraphischen Lage schon dolomitisiert ist. Auskeilen der hangenden Bänke der "Schüssel" gegen den Stotzen. Starke Gleitfaltungen führten zu linsenartigen Bankanschwellungen. Metergroße Stotzenpartien sind außerdem vom Stotzenhang her in die gleitenden Sedimente hineingeraten, wobei sie die noch nicht verfestigten Schlicklagen (Kalkbänke) unter sich eingedrückt und ausgequetscht haben.